Im Zuge der Untersuchungen zur Casinos-Affäre wurde heute ein brisantes Detail aus den Ermittlungen öffentlich.
ÖBAG-Chef Thomas Schmid soll eine Nachricht über seine Kokain-Vorliebe an einen Intimus von ihm versendet haben.

Eigentlich fühlte sich der ehemalige Generalsekretär des Finanzministeriums, Thomas Schmid sicher, als er den Beamten im Zuge einer Hausdurchsuchung sein Handy übergab. Er glaubte, dass er alle Inhalte gelöscht hatte. Dennoch gelang es den Ermittlern, die Nachrichten wiederherzustellen. Die wiederum förderten Brisantes zutage. Aus den SMS soll hervorgehen, dass der Kurz-Intimus Kokain konsumiere.

Beschuldigter in Casinos-Affäre

Die Casino-Affäre dürfte nicht – wie bisher kolportiert – in erster Linie eine Angelegenheit der FPÖ sein, sondern viel mehr zum Problem der ÖVP werden.
So fanden nachweislich Absprachen zwischen Gernot Blümel und Novomatic-Chef Harald Neumann in Bezug auf Postenbesetzungen statt. Schmid soll als Ex-Generalsekretär des Finanzministeriums in die Bestellung Peter Sidlos zum Direktor der Casinos Austria AG (CASAG) involviert gewesen sein. 
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft geht von einem Hintergrund-Deal zwischen ÖVP und FPÖ aus. So soll Thomas Schmid unter Duldung der Blauen zum Alleinvorstand der ÖBAG berufen worden sein, während Sidlo unter Duldung der Schwarzen zu CASAG-Direktor geworden sein soll.
Da Schmid als Beschuldigter in der Casinos-Affäre geführt wird, wurde bei ihm die Hausdurchsuchung durchgeführt.

Vor Hausdurchsuchung gewarnt?

Brisant: Schmid soll den Inhalt seines Smartphones vor der Hausdurchsuchung gelöscht haben. Die Daten konnten jedoch wiederhergestellt werden, wodurch die Ermittler zu den sogenannten „Zufallsfunden“ kamen. Schmid galt bisher als bestens vernetzt und als einer der wichtigsten Spieler im Machtausbau der ÖVP. Es ist noch unklar, wieso Schmid sein Smartphone unmittelbar vor der Hausdurchsuchung gelöscht hat. Die Opposition vermutet, dass Thomas Schmid durch sein ÖVP-Netzwerk vor der Hausdurchsuchung gewarnt wurde.

Opposition fordert Rücktritt

Jetzt fordert die Opposition seinen Rücktritt. Nach Meinung von Herbert Kickl (FPÖ) sei es völlig unverantwortlich, dass in der schwersten Wirtschaftskrise der Zweiten Republik die wichtigsten Staatsunternehmen von jemandem geführt würden, der angeblich Drogen nimmt.