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Ist das etwa Ernst gemeint? Dieses Dokument hat es in sich: Unter dem Titel „Study On The Feasibility Of Establishing a Mechanism For The Relocation of Beneficiaries Of International Protection“(„Studie über die Machbarkeit der Umsiedlung von international Schutzsuchenden“) hätte Österreich aus Sicht von Asyl-Lobbyisten offenbar eine maximal mögliche Bevölkerungskapazität von bis zu circa 75,6 Millionen Personen! Die im Rahmen eines Vertrags mit dem „European Refugee Fund“ (ERF) erstellte Studie sorgt jetzt für reichlich Aufsehen in den sozialen Medien. Gegenüber dem „Wochenblick“ hat die EU-Kommission nun Stellung bezogen.

Die bereits 2010 veröffentlichte Studie wurde unter Federführung des weltweit agierenden Beratungsunternehmen „Ramboll Management Consulting“ sowie der Beratungs- und Asyl-Lobby-Organisation „Eurasylum Limited“ erstellt. Dokumentiert wird vorrangig das vermeintliche Potential zur Asylwerber-Aufnahme von 27 EU-Staaten. Eines der wesentlichen Fazits: Diese Staaten hätten insgesamt angeblich Kapazitäten für eine maximale Bevölkerungszahl von rund 3,8 Milliarden Menschen!

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„Angepasste positive Kapazität“

Die Schock-Zahlen finden sich in der umfangreichen Studie auf der Internetseite der EU-Kommission hier im Anhang auf Seite 112, unter dem Titel „Density distribution at threshold of 1000“. Ausgegangen wird dabei von der Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer. Es wird unter anderem aufgeführt, dass Österreich bei einer existierenden Bevölkerungszahl von 8.282.984 Personen (Stand von 2010) eine „angepasste positive Kapazität“ von insgesamt 75.587.016 Menschen haben würde.

wochenblick spezialmagazin multikulti migration magazinBRD: Platz für mehr als 274 Millionen?

Für Deutschland wird sogar von einer maximalen Bevölkerungskapazität von 274.539.094 Personen ausgegangen! Im Falle des dünn besiedelten Schweden nehmen die Macher der Studie ein Maximum von circa 440 Millionen Menschen an. Zum Vergleich: In dem von der Migrations-Krise bereits stark betroffenem Schweden leben derzeit rund zehn Millionen Menschen. „Die Absicht dieser Studie ist es, die Europäische Kommission mit detaillierten Informationen über die finanziellen, politischen und gesetzlichen Implikationen der Umsiedlung von international Schutzbedürftigen zu versorgen“, heißt es in der Studie einleitend.

bangladesch dhaka
Bangladesch gilt als stark überbevölkert. Allein die Hauptstadt Dhaka hat mit rund 8,9 Millionen Menschen etwas mehr Einwohner als Österreich!

Zustände wie in Bangladesch?

Staaten wie Österreich oder Deutschland würden sich mit solchen Bevölkerungszunahmen deutlich überbevölkerten Staaten wie Bangladesch annähern, kritisieren Experten. Bangladesch ist mit einer Fläche von 147.570 Quadratkilometern etwas größer als Österreich (83.878,99 Quadratkilometer), in dem südasiatischen Land lebten 2017 jedoch rund 164,8 Millionen Menschen. Eine solch hohe Bevölkerungsdichte führe zu massiven infrastrukturellen, hygienischen, medizinischen, ethnischen und sicherheitspolitischen Problemen!

Deutsprachige Mainstream-Medien schwiegen bisher weitestgehend zu dem brisanten Dokument. Vereinzelt berichteten dagegen Alternativ-Medien, unter anderem hier und hier.

EU-Kommission jetzt distanziert

Die EU-Kommission distanzierte sich indes gegenüber dem „Wochenblick“ von der Studie. „Es handelt sich dabei um eine extern angefertigte Studie, die in keinem Fall die Meinung der EU-Kommission widergibt. Die Migrationspolitik der EU-Kommission beruht auf Fakten und aktuellen Erfordernissen vor Ort und nicht auf hypothetischen Bevölkerungszahlen“, betont ein Sprecher der EU-Kommission gegenüber unserer Zeitung.

Er betont: „Wir möchten auch unterstreichen, dass der Kommissionsvorschlag zur Reform des ‚Dublin Systems‘ nicht auf den Ergebnissen dieser externen Studie beruht. Unser Ziel in Sachen Migration ist es, irreguläre Migration zu verringern und bereits vorweg zu verhindern, dass sich Migranten auf einen gefährlichen irregulären Weg machen.“