Dr. Michael Winterhoff (63) empfiehlt den Erwachsenen mehr Zeit für sich selbst, um die Kinder wieder intuitiv spüren zu können.

Viele kennen Dr. Michael Winterhoff durch seine polarisierende Publikation „Warum unsere Kinder Tyrannen werden Oder: Die Abschaffung der Kindheit“.

Ein Interview geführt von Elsa Mittmannsgruber

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Diese zählt zu den meistverkauften Büchern des deutschen Kinder- und Jugendpsychiaters sowie Psychotherapeuten. Darin zeigt er gesellschaftliche und familiäre Fehlentwicklungen im Umgang mit Kindern auf. Der „Wochenblick“ fragte beim Bestseller-Autor nach, was es mit dem „Erziehungstrend Smartphone“ auf sich hat.

Massenphänomen

Wochenblick: Viele Eltern benutzen Smartphones, um ihr Kind zu beruhigen. Wie sehen Sie das?

Dr. Michael Winterhoff: Das ist heute zu einem Massenphänomen geworden, dass Eltern ihre Kinder schon sehr früh an solche Geräte lassen, weil immer mehr Eltern in eine Symbiose mit dem Kind geraten. Es ist ein Teil von ihnen, wie ihr eigener Arm.

Oft ist es für mich unmöglich, Eltern mit kleinen Kindern im Raum zu beraten. Denn sobald sich das Kind bewegt, sind die Eltern aus dem Kontakt raus, im Kind drinnen und können mir gar nicht mehr zuhören. Wenn ich weiterrede, geraten sie unter Druck und suchen Handy oder Schnuller, um das Kind zu beruhigen, damit sie mir folgen können.

Wo liegt da das Dilemma?

Das Dilemma ist, dass wir von einem digitalen Zeitalter überrollt wurden – am Arbeitsplatz und in der Freizeit. In der analogen Zeit hatten wir Erwachsenen sehr viel Zeit für uns und wenn man viel Zeit hat für sich, ruht man in sich, ist abgegrenzt und verfügt über Intuition. Heute sind viele Erwachsene quasi in einem Ausnahmezustand, im Katastrophenmodus. Sie überleben und reagieren nur noch.

Sie sind hochgedreht, überdreht. Morgens rattert schon der Kopf, in der einen Situation ist man gedanklich schon in der nächsten. Wenn Sie in der Stadt in die Gesichter schauen – gehetzt, genervt, gereizt, depressiv – und wenn einer strahlt und entspannt ist, denkst du schon fast, der hat Drogen genommen.

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