Der Rechtsanwalt Markus Haintz und die Journalistin Vicky Richter klären in einem Video über die aktuelle Lage in Brasilien auf. Millionen Menschen waren dort anlässlich der Demonstrationen zum Nationalfeiertag am 7. September auf der Straße, um „ihrem Präsidenten“ Jair Bolsonaro den Rücken zu stärken, wie Wochenblick berichtete. Es war ein Zeichen, eine Warnung, dass wenn der Gerichtshof und die Medien zu weit gehen, die Menschen millionenfach ihren Unmut auf den Straßen kundtun werden. Die Einigung des Präsidenten mit dem Gericht erfolgte vor allem aus Bolsonaros Überlegung heraus, dass die Wirtschaft und die Ärmsten am meisten unter einer weiteren Eskalation zu leiden hätten. Zu gerne hätte der Mainstream diese Eskalation gesehen.

  • Millionen Brasilianer auf der Straße um den Kampf gegen die Korruption „ihres Präsidenten“ zu unterstützen – sein Rückhalt im Volk ist enorm!
  • Bolsonaro hat Streit mit Gerichtshof beigelegt, weil Eskalation die Wirtschaft und die Ärmsten sonst hart treffen würde
  • Kaum alternative Informationskanäle in Brasilien – Menschen auf Mainstream angewiesen
  • Bolsonaro wird im Westen völlig falsch dargestellt – er ist ein Mann aus dem Volk
  • Bolsonaro spricht sich bezüglich der Corona-Impfung für die Wahlfreiheit aus
  • Mainstream-Medien verbreiten Panik

Im Mainstream wurde dargestellt, dass Demonstranten im Zuge der Proteste versucht hätten Absperrungen zu durchbrechen. Tatsächlich wäre es aber ein friedlicher Protest mit viel National-Stolz gewesen und die Menschen versuchten nur näher an „ihren Präsidenten“ zu kommen, wie Markus Haintz erklärt. Vicky Richter klärt über die Falschinformationen in den Medien im Vorfeld der Proteste auf. So stellte sich ein im Mainstream angekündigter, möglicher Militär-Putsch als Fake-News heraus und hätte nur eine schiefe Optik auf Bolsonaro werfen sollen. Beim Protest habe man Masken nur vereinzelt gesehen und es sei kaum Polizei im Einsatz gewesen. Trotz des Messerattentates auf ihn vor drei Jahren sei Bolsonaro langsam durch die Menge gefahren. Dieses Bild erinnerte Haintz an John F. Kennedy, wie er sagt. Bolsonaro sei ein sehr mutiger Mensch, hält Haintz an dieser Stelle fest.

Zudem führte er auch ein Gespräch mit Bolsonaros Sohn Eduardo Bolsonaro, der auch Bundesabgeordneter ist. Die Beliebtheit der Bolsonaros erkannte Haintz vor allem auch daran, dass als er mit Bolsonaros Sohn Eduardo sprach, „jeder Dritte, der dann vorbeifährt“, diesen begrüßt habe – oft mit Händeschütteln und Erinnerungsfoto. Der Rückhalt Bolsonaros im Volk sei enorm.

Streit mit oberstem Gerichtshof

Für Eduardo Bolsonaro überschreite der oberste Gerichtshof seine Kompetenzen, vor allem der Richter Alexandre de Moraes (Wochenblick berichtete). Nach einer Erklärung des Präsidenten an sein Volk, habe sich diese Situation ein wenig entspannt. Ein Interview mit einer weiteren Abgeordneten brachte zu Tage, dass vor allem von Seite der Linken Druck auf den Gerichtshof ausgeübt wird, wie Richter erklärt. Sämtliche konservativen und christlichen Werte würden zurückgedrängt. Auch in den Massenmedien werde man für konservative Haltungen angegriffen.

Falsche Darstellung Bolsonaros im Westen

Haintz betont den Unterschied zwischen der Darstellung der Bolsonaros in den Medien, auch den westlichen, und wie sehr das Volk wirklich hinter dem Präsidenten steht. Im Zuge einer Demo von LKW-Fahren habe man heraushören können, dass es eine gewisse Enttäuschung darüber gibt, dass sich Bolsonaro mit dem Gericht geeinigt hat. Die Journalistin Richter erklärt, dass viele es gerne gesehen hätten, dass sämtliche Richter sofort abtreten müssen. Trotzdem scheinen die Brasilianer aber weiter hinter dem „Mann aus dem Volk“ zu stehen. Sieben der elf Richter hatten das Land sogar vorübergehend verlassen – aus Angst, womöglich verhaftet zu werden. Bolsonaros Motivation für die Einigung scheint gewesen zu sein, dass ein Lahmlegen des Landes durch Großproteste zu Lasten der armen Bevölkerung gegangen wäre. Das wollte er verhindern. Und die Bevölkerung scheint diese Vorgehensweise zu akzeptieren.

Das Interview mit Jair Bolsonaro brachte für westliche Beobachter Überraschendes ans Licht. Dieser spricht sich laut Haintz bei der Impfung für die freie Wahl aus. Man solle den Menschen eine Therapie nicht aufzwingen, sondern anbieten. So sei beispielsweise die Impfquote unter den Ureinwohnern Brasiliens relativ hoch. Grund dafür sei eben, dass der Impfstoff zur Verfügung gestellt wurde, was im Ausland anders dargestellt würde. Die Diskussion, ob Impfung oder nicht würde in Brasilien nicht so geführt, wie bei uns.

Bolsonaro und der angebliche „Genozid“

Die Corona-Zahlen von Argentinien, das einen strengen langen Lockdown hatte, seien vergleichbar mit jenen aus Brasilien, das nie einen harten langen Lockdown hatte, so Haintz. Wieder ein Beispiel für die Sinn- und Nutzlosigkeit der wirtschaftsvernichtenden Lockdowns.

Panikmache durch die Medien

Viele Brasilianer demonstrieren auch gegen die Einführung eines „Grünen Passes“. In den Medien wird das so dargestellt, als ob diese Demonstrationen von Anhängern Bolsonaros organisiert würden. Tatsächlich war aber nur der Protest zum Nationalfeiertag gleichzeitig auch als Unterstützung des Präsidenten gedacht. Viele Anhänger Bolsonaros seien geimpft, anders als der Präsident, der sich nach eigener Aussage nicht impfen lassen wird. Das Maskentragen sei jedoch beispielsweise in Einkaufszentren weiter verbreitet als in Europa. Auch ständiges Fiebermessen stehe an der Tagesordnung und beim Essen am Buffet würden die Menschen Plastik-Handschuhe tragen.

Viele hätten offenbar doch große Angst, was auf die Panik-Kampagne in den Mainstream-Medien zurückzuführen sei. Alternative, aufklärende Medienkanäle seien selten. Auch von brasilianischen Fernsehmoderatoren gebe es die Bilder ohne Maske, wenn die Kamera nicht auf sie gerichtet ist. Ist die Kamera an, wird auch gleich die FFP2-Maske angelegt, um die Angst weiter zu schüren. In Brasilien herrsche ein „extremer Medienkrieg“. Vicky Richter erklärt, dass zwar viel über Bolsonaro gesprochen und geschrieben werde, aber kaum mit ihm geredet. Auch Interviews mit ausländischen Medien seien eine Rarität. Die Interview-Partner seien Haintz und Richter daher regelrecht dankbar gewesen, dass ein ausländisches Medium zur Abwechslung einmal die Wahrheit berichten würden.

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