Wochenblick traf bereits die mutigen Studenten von „Studenten stehen auf“ bei der Pfingstemo gegen die Corona-Politik. Im folgenden Gastbeitrag schildern sie, wie sie auf ihre Situation aufmerksam machen. Von der Politik fühlen sie sich links liegen gelassen. Sie wollen endlich wieder die Uni besuchen, ohne den 3G-Zwang und fordern Freiheit und Freiwilligkeit. Werden sie Gehör finden?

  • Studenten wollen zurück an die Uni – aber ohne 3G-Regeln
  • Fordern uneingeschränkte Lehrtätigkeit für Ungeimpfte und Ungetestete
  • Aktion mit Schildern vor Universitäten in vielen deutschen Städten
  • Studenten plädieren für „Rückkehr zur Vernunft“
  • Gegen „soziale Exmatrikulation“

Ein Gastbeitrag von „Studenten stehen auf“

Es ist kurz nach 14.00 und wir stehen vor dem Haupteingang der Humboldt-Universität zu Berlin. Das wunderschön verzierte Eisentor steht verschlossen und wir blicken durch den Zaun auf die Pforten der uralten Eliteuniversität.

Wir sind Studenten, die den aktuellen Umgang mit der Pandemie an Universitäten und Fachhochschulen hinterfragen und seit über einem Jahr nicht ansatzweise Beachtung in der Corona-Politik finden. Daher holen wir die Beachtung zu uns: Wir sind deutschlandweit, in Augsburg, Berlin, Dresden, Hannover, Leipzig, Lüneburg, Magdeburg, München und auch in Wien in unterschiedlich großen Gruppen mit Schildern vor unsere Universitäten gezogen und machen Fotos mit unseren Nachrichten an die Welt.

Auf den Schildern steht: „Zurück zur Präsenzlehre, aber ohne 3G (geimpft, getestet, genesen)“, oder „Keine Bildungsverwahrlosung – Rückkehr zum Campus“, sowie „Weg vom Bildschirm, rein ins Leben“ aber auch „Lieber Onlinelehre, als gar nicht mehr studieren“ – Stopp. Coronamaßnahmenkritische Studenten die für Online-Lehre werben?

Da es teilweise ein öffentlicher Aufruf zur Meinungsäußerung bezüglich der Uni-Maßnahmen war, sind auch zwei Maskenträgerinnen von der sog. „Verschwurbelten Aktion“ dazugekommen, die wir natürlich willkommen heißen und in freundliche Dialoge verwickeln. „Ihr verbreitet doch nur Angst“, äußert sich die eine leicht provokant und wir machen sie auf unser großes Banner mit der Aufschrift „Freiheit statt Angst“ aufmerksam.

Doch wieso sind wir heute hier? Die deutliche Minderheit der Studenten sieht die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung des Corona Virus kritisch oder hinterfragt sie. Das ist verwunderlich, wenn man bedenkt, dass wir die letzten eineinhalb Jahre von der Politik komplett unbeachtet links liegengelassen wurden. Die EM hingegen musste natürlich stattfinden, der G7 Gipfel in Cornwall war auch wunderschön, aber Konzepte für Studenten aufzustellen, die sich teilweise noch gar nicht in einem Hörsaal gesehen haben… DAS ist zu viel verlangt.

Doch wir gehen weiter. Wir fordern nicht nur die Rückkehr zur Präsenzlehre, sondern wir fordern auch die uneingeschränkte Umsetzung der Lehrtätigkeit für Ungeimpfte, Ungetestete und einfach gesunde Menschen. Die Diskriminierung der Ungeimpften muss aufhören und darf nicht noch größere Ausmaße annehmen! Denn die Diskriminierung erleben wir schon jetzt ganz real: bereits zugesagte Praktika werden wieder abgesagt und vor laufender Kamera oder in Fachräumen (mit Maske und Abstand natürlich!) werden wir vor unseren Kommilitonen bloßgestellt.

Wir plädieren deshalb für Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen! Wir wollen als Einheit aus schlauen Menschen in die Hörsäle laufen, aus einer Gruppe von jungen Leuten, wo der Eine geimpft ist, der Andere gerne eine Maske trägt, aber der Dritte eben auch ungeimpft sein und ohne Maske herumlaufen kann, ohne dass er von der Masse sozial exmatrikuliert wird.

Wir wünschen uns eine Universität, wo man wieder zur Vernunft kommt und den Menschen die Verantwortung in die eigenen Hände geben kann. So oder so ähnlich erläutern wir unsere Standpunkte den Passanten, die teilweise neugierig bei uns stehen bleiben. Auch zwei Damen mit Mundschutz erklären wir, dass es unser gutes Recht ist und bleiben muss, unsere Bedenken vor weiteren Einschränkungen an den Universitäten frei äußern zu dürfen. Zumindest hier können wir einen gemeinsamen Konsens finden.

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