In Bruck an der Leitha strandete gestern ein Kühl-Lastwagen aus Rumänien. Als der Schlepper seinen LKW bei einer Autobahnabfart abstellte, flüchteten zahlreiche Iraker, Syrer und Türken in die Büsche und Felder. Der Transport brachte einige von ihnen an den Rande des Todes. Ein weiteres Beispiel dafür, dass mangelnde Grenzkontrollen Menschenleben gefährden. ÖVP-Nehammers Einreisestopp für Asylwerber hat es nie gegeben.

Von den 43 illegalen Einwanderern wurden bei einem Großeinsatz der Polizei inklusive Luftunterstützung 38 „eingefangen“ und medizinisch und behördlich betreut. Von den restlichen fünf Migranten fehlt jede Spur.

Knapp an Massentötung vorbeigeschrammt

Der Kühl-Lastwagen war aus Rumänien nach Österreich unterwegs – ob er die Einwanderungswilligen nach Deutschland bringen sollte, ist zur Zeit noch ungeklärt. Der Transport war für die Araber, unter ihnen sechs Kinder lebensgefährlich: Der Anhänger verfügte laut Angaben der Polizei über keine Lüftung. Nur zu leicht hätte sich ein erschütterndes Drama wie am 26. August 2015 in Parndorf ereignen können, das schlussendlich die illegale Masseneinwanderung „legitimierte“.

Erste Passagiere wurden bereits bewusstlos

In Rumänien mussten sich die zunächst aus der Türkei eingeschleppten Glücksritter in einer Ruine verstecken, bis sie mit dem LKW über Ungarn nach Österreich geschleppt wurden. Sauerstoffmangel und hohe Außentemperaturen setzten den Passagieren zu. Als die ersten Passagiere das Bewusstsein verloren, begannen sie zu lärmen und zwangen den Fahrer zu einem Stopp. Als sie versuchten, einen Ohnmächtigen aus einer Behelfsluke im Boden des Anhängers an die frische Luft zu ziehen, soll der Fahrer einfach weitergefahren sein. Bei einem weiteren Stopp in Bruck an der Leitha flohen die Migranten in alle Himmelsrichtungen.

Türkischer Schlepper festgenommen

Der Fahrer, ein 51-jähriger Türke, wurde wegen des dringenden Verdachts auf Schlepperei festgenommen. Eine vorübergehende Festnahme nach dem Fremdenpolizeigesetz wurde auch für die 38 Migranten ausgesprochen. Angeblich wurden an die Schlepperorganisation bis zu 8.000 Euro pro Person für den lebensgefährlichen Transport bezahlt.

Mangelhafte Kontrollen gefährden Menschenleben

Dabei war die Tarnung des Lastwagens alles andere als gut. Der Fahrtenschreiber war manipuliert, die Ladung bestand scheinbar aus riesigen Papierrollen, die auch dazu dienten, den Blick in den Lastwagen zu verhindern. Sowohl der Fahrtenschreiber als auch der Umstand, dass man Papierrollen wohl eher nicht kühlen muss, hätte bei Grenzkontrollen auffallen können. Sofern es eben Grenzkontrollen gäbe. Der Mangel an politischem und behördlichem Willen, verdächtige LKWs ordentlich zu kontrollieren, bringt auch die „Menschenfracht“ in Lebensgefahr.

Reden der ÖVP haben mit Praxis nichts zu tun

Das im März verkündete Märchen des Innenministers, dass die illegale Einwanderung gegen Null tendiere, in jedem Fall aber nicht mehr als zwölf Personen am Tag, ist schon lange widerlegt worden.  Bis Ende Juli reisten im Schnitt täglich über 30 Personen illegal nach Österreich ein. Niemand weiß, wie viele LKWs ihre Flüchtlingsfracht jeden Tag ins Land oder Richtung Deutschland transportieren. Solche Großtransporte dürften die Statistik aber wieder gewaltig nach oben schnellen lassen.