Wie jetzt auch im deutschsprachigen Raum durchsickert, erhielt der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei „Schwedendemokraten“ vor der Parlamentswahl am 9. September offenbar Morddrohungen des Islamischen Staates (IS).

Von Kornelia Kirchweger

Auch vierjähriger Sohn bedroht

In dem Schreiben wird Jimmie Akesson angedroht: Entweder seine Partei tritt nicht zur Wahl an oder der IS werde ihm die Kehle aufschlitzen. Auch sein vierjähriger Sohn wurde bedroht.

Der schwedische Sicherheitsdienst (Säpo) untersucht die Morddrohung auf ihre Urheber. Eine Kopie des Briefes mit der IS-Flage im Briefkopf wurde von schwedischen Medien veröffentlicht. Auch englische Medien berichteten dazu, im deutschsprachigen Raum hörte man kaum etwas davon.

Sicherheitsdienst untersucht Schreiben

Am Freitag vor der Wahl gab Akesson die unfassbare IS-Morddrohung bekannt. Den Schwedendemokraten wurden über 20 Prozent Wählerstimmen vorhergesagt. Die EU- einwanderungs- und islamkritische Partei erreichte knapp 18 Prozent und wird mit deutlich mehr Sitzen im Parlament künftig die schwedische Politik mitbestimmen.

Ein Sprecher der Schwedendemokraten sagte, man hoffe, dass es keine echte IS-Drohung sei. Man warte auf die Einschätzung des schwedischen Sicherheitsdienstes (Säpo). Es sei auch nicht genau bekannt, wer die Partei über das Schreiben informierte. Er könne nur sagen, dass man darauf hingewiesen wurde.

Wir schlitzen Ihnen die Kehle auf…

Die Morddrohung kursierte als Brief im Internet, u.a. im „Flashback-Online-Forum“. Sie trägt die Überschrift: „Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Barmherzigen“.  Im Drohbrief, der in sehr schlechtem Schwedisch geschrieben ist, heißt es u.a.: „Wenn Sie glauben, dass irgendwelche Stimmen, die Sie bekommen, Ihnen die Macht geben, über uns, die Gläubigen, zu entscheiden, denken Sie gut nach!

Wir werden ihnen die Kehle aufschlitzen, wenn sie nicht bis Ende der Woche von der Wahl zurücktreten. Sollten Sie sich wie ein Feigling verstecken, werden Sie erleben, wie wir Nils behandeln“. Nils ist der vierjährige Sohn von Akesson. Im Text kommt auch der Slogan aus einem IS-Kampflied und IS-Propagandafilmen vor: “Bald kommt die Rache“. Laut „Expressen“ gibt es im Drohbrief auch Passagen auf Arabisch.