Na sowas: Kein Geringerer als ORF-Paradejournalist Armin Wolf ließ jüngst seine Twitter-Anhängerschaft an erhellenden Erkenntnissen zu den Wiener Corona-Massentests teilhaben – und wunderte sich, dass von 130.467 durchgeführten Antigen-Schnelltests (Stand 21. Jänner) nur 264 positiv waren, was einem Anteil von 0,2 Prozent entspricht. Deutlich weniger somit, als die wöchentlichen Testungen angeblich ergeben, aus denen sich die „alarmierenden Fallzahlen“ herleiten. Zur Einordnung: Den bislang insgesamt in Österreich durchgeführten rund 8,6 Millionen Tests stehen rund 390.000 Erkrankungsfälle gegenüber. Dies entspricht rund 4 Prozent Positiven-Anteil und somit 20 mal mehr, als in Wien durch die Antigentests ermittelt wurden.

 

Damit nicht genug: Alle 264 positiven Fälle in Wien wurden anschließend noch mit der scheinbar „sicheren“ PCR-Methode nachgeprüft. Und hierbei stellte sich heraus, dass 10,6 Prozent davon (entsprechend 28 Fälle) falsch-positiv waren. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der 130.467 zum Stichtag getesteten Fälle ergibt sich somit eine Quote von 0,02 Prozent falsch-positiver Tests. Auch hier wollen die in Wien ermittelten Zahlen statistisch nicht im geringsten mit den behaupteten Gesamtzahlen zusammenpassen.

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Es bleiben somit nur zwei denkbare Schlüsse. Möglichkeit eins: Die Schnelltests weisen ein bislang unterschätztes Problem auf, nämlich eine weitaus höhere Zahl an falsch-negativen Tests als erwartet. Bislang wurde bei den Antigentests stets eine hohe falsch-positive Fehlerrate angenommen; tatsächlich aber deuten die Wiener Resultate eher auf das Gegenteil hin – einen hohen Anteil falsch-negativer Ergebnisse, vor allem wegen des extremen Unterschieds zu den per PCR-Verfahren ermittelten täglichen Fallzahlen. Herausfinden ließe sich dies nur, indem man künftig nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Schnelltests regelmäßig per PCR nachtesten würde. Eine unrealistische Herkulesarbeit.

Entweder keine Pandemie – oder fehlerhafte Schnelltests

Oder aber Möglichkeit zwei: Die bei den Schnelltests ermittelten Fallzahlen sind näher an der Wahrheit als die per PCR-Tests ermittelten. Das hieße, es wären tatsächlich weitaus weniger Bürger von Corona betroffen, als die politische Panikmache dies suggeriert. Wenn dem so ist, dann stünde die gesamte Corona-Politik der Bundesregierung auf der Kippe und die Lockdowns wären nicht länger aufrechtzuerhalten, weil es dann die hohen Inzidenzen (und somit eine „Pandemie) dann schlichtweg nicht gäbe. War es das, was uns Armin Wolf mit seinem Tweet über die „spannenden Zahlen“ aus Wien vielleicht mitteilen wollte? Es wäre ja wahrlich eine Sensation, wenn auch der Mainstream allmählich aufwachte.

Wahrscheinlicher allerdings ist eher, dass Wolf die erste Möglichkeit im Sinn hatte, also die womöglich in hohem Maße falsch-negativen Ergebnisse der Antigentests. Darauf deutet auch die (diesbezüglich eher unverdächtige) Quelle hin, auf die er sich beruft: Mario Dujakovic, Mediensprecher der Stadt Wien und Büroleiter von SPÖ-Stadtrat Peter Hacker. Der hatte sich in den Corona-Tests geradezu berserkerhaft engagiert und auf Twitter weitere Belege für auffallend niedrige Positiv-Quoten dargelegt.

Wenn es Wolf also darum ging, eine allfällige hohe falsch-negative Fehlerquote der Antigentests aus Tapet zu bringen, dann sollte er am Ball bleiben: Weil die Antigen-Tests ja zunehmend als Sicherheitsinstrument im Alltag zum Einsatz kommen, gerade auch für Besucher von Senioren- und Pflegeheimen, wären baldige Erkenntnisse über ihre wahre Zuverlässigkeit bestimmt nicht von Nachteil. Bevor noch mehr Alte sterben. (DM)

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