Wenn wir dem Staat was schulden, beispielsweise Steuern, dann möchte er die möglichst schnell von uns haben. Doch wenn wir vom Staat Geld bekommen sollen, dann lässt er sich mitunter Zeit – viel Zeit!

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Das betrifft Notstandshilfe-Empfänger ebenso wie unsere Sportvereine, die noch immer auf die zugesagte finanzielle Hilfe der Regierung warten. So ist die Aufstockung der Notstandshilfe für den Zeitraum von 16. März bis 30 April, mit der die Auswirkungen der Corona-Krise für die Ärmsten der Armen abgefedert werden sollte, noch immer nicht erfolgt, wie vom AMS bestätigt wird.

Auch die Sportvereine sitzen zum Großteil auf dem Trockenen, weil ihnen das Geld, das sie mit dem Kartenverkauf für Spiele, mit ihrer Gastronomie an der Sportstätte und/oder mit spontaner Werbung an der Spielstätte verdienen, fehlt.

Doch die Fixausgaben wie Miete und Betriebskosten laufen weiter, und die Löcher in den Vereinskassen werden von Tag zu Tag größer. Bundessportminister Werner Kogler hatte schon am 4. April versprochen, „mit mehreren hundert Millionen Euro“ aus dem Fonds der Regierung helfen zu wollen.

Bei diesen Millionen handelt es sich ohnehin um das Geld der Bevölkerung, der dieses – sei es vorsätzlich oder Schlamperei – bis heute vorenthalten wird. War Koglers Versprechen am Ende nur ein Aprilscherz?