Der Fall schockte viele Oberösterreicher: Der Asylwerber, der einen 29-Jährigen im Rahmen des Marchtrenker Stadtfestes das Gesicht zerschlitzte, soll laut mehreren stichhaltigen Hinweisen ein Lehrling in Linz gewesen sein. Die brutale Attacke erhält damit eine politische Dimension: Denn der grüne Integrations-Landesrat Rudi Anschober sprach sich immer wieder deutlich gegen die Abschiebung vorgeblich gut integrierter „Asyl-Lehrlinge“ aus, startete dazu sogar eine eigene Petition („Wochenblick“ berichtete)!

Jetzt äußerte sich der Linzer Vizebürgermeister Detlef Wimmer (FPÖ) zu dem Skandal rund um die Asyl-Lehrlinge. „Jene, die gekommen sind und sich nicht an geltende Gesetze und Regeln halten, müssen in ihre Heimat zurückkehren. Straffällig gewordene Asylwerber sind kompromisslos abzuschieben, egal ob Lehrling oder nicht!“, betont Wimmer gegenüber dem „Wochenblick“.

[themoneytizer id=“18295-1″]

Wimmer: „Bittere Früchte der Willkommenskultur“

Zugleich unterstreicht er hinsichtlich der Vorwürfe, der Schlitzer von Marchtrenk sei Asyl-Lehrling gewesen: „Die verfehlte Willkommenskultur trägt bittere Früchte, auch weil die letzte Regierung unter Schwarz und Rot Österreich zum Magneten für Zigtausende gemacht haben. Diese Massenzuwanderung hat nun nachweislich zum Anstieg der Kriminalität geführt, weshalb ein neuer Asylkurs in ganz Europa notwendig ist.“

Auch der Klubobmann der FPÖ im oberösterreichischen Landtag, Herwig Mahr, findet zu der Debatte um die Asyl-Lehrlinge klare Worte. „Wer entscheidet dann über das Bleiberecht, wenn nicht der Staat. Diese Verantwortung kann unter keinen Umständen in die Hand eines Lehrherrn gelegt werden. Hier geht es um hoheitliche Aufgaben des Staates“, kritisiert Mahr die Anti-Abschiebungs-Kampagne von Anschober.

Falsche Erwartungen

„Man darf keine falschen Erwartungen wecken – weder für Betriebe noch für Zugewanderte. Das hat Landesrat Anschober aber in der Vergangenheit getan“, betont Mahr zudem.

Detlef Wimmer

Anschober treibt Lehrlings-Kampagne voran

„Leider liegen uns zu diesem Fall keine gesicherten Informationen vor“, heißt es dagegen aus dem Büro von Anschober gegenüber dem „Wochenblick“. Anschober lud diesen Mittwoch indes zu einer Pressekonferenz ein, in der er seine von der Bundesregierung scharf kritisierte Forderung nach dem Verzicht auf Abschiebungen von Asyl-Lehrlingen erneut vortrug.

„Die Bewegung gegen die Abschiebung von Lehrlingen wird nicht auslaufen, sondern sie wächst und wächst, und wird fortgesetzt bis zum Erreichen einer klaren Lösung“, unterstreicht der grüne Integrations-Landesrat. Da in den kommenden Wochen erste Abschiebungen „drohen“ würden, dränge man auf eine politische Lösung.

rudi anschober asylwerber asylanten integration

Bundesregierung blockt ab

Entscheidungsträger in der Bundesregierung, darunter Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), wären dazu jedoch nicht gesprächsbereit. „Immer mehr Prominente, Wirtschaftsvertreter und Gemeinden“ würden sich nun gegen die Abschiebung von Lehrlingen aussprechen.

Anschober spricht angesichts von derzeit 55.000 Unterstützern der Online-Petition sogar von einer vorgeblich entstehenden österreichischen „Massenbewegung“. Zahlreiche Prominente und Wirtschaftsvertreter würden die Kampagne unterstützen.

axel greiner industriellenvereinigung oö

Wirtschaftsvertreter gegen Anschobers Kampagne

Diesem vorgeblichen Trend widerspricht jedoch Axel Greiner, Präsident der oberösterreichischen Industriellenvereinigung (IV), entschieden („Wochenblick“ berichtete). Greiner sieht vor allem im Vorhaben, dem Fachkräftemangel in Oberösterreich durch die Lehrausbildung von Flüchtlingen entgegenwirken zu wollen, „eine nicht geeignete Maßnahme“. Stattdessen fordert er „eine moderne Strategie der qualifizierten Zuwanderung“.

Zugleich sieht Greiner die ausbildenden Unternehmen in der Verantwortung: „Betriebe wissen, ob eine zugewanderte Person geringe Chancen auf Asyl hat. In diesen Fällen eine Lehrausbildung zu starten, ist verantwortungslos und hebelt den Rechtsstaat aus.“ Der oberösterreichische IV-Präsident betrachtet Anschober auch vor diesem Hintergrund nicht als geeigneten Partner für die Wirtschaft.