Hättitatiwari! Hinterher ist man immer schlauer und aus heutiger Sicht würden so manche frühere Welser Gemeindeverantwortlichen ihre seinerzeit getroffenen Gestaltungsentscheidungen für Wels gewiss bereuen.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Auch lädierte historische Gebäude würde man heute wohl nicht mehr so schnell demolieren wie noch Mitte vorigen Jahrhunderts. Der ehemalige Welser Vorstadtplatz, der heutige KJ, gehört zweifellos zu jenen Orten in der Messestadt, wo der Gestaltungswille den größten und nicht mehr wieder gut zu machenden Schaden angerichtet hat. Wer würde heute noch den Semmelturm schleifen, um an seiner Stelle einen Wohnturm und davor eine öffentliche, unterirdische Bedürfnisanstalt bauen? Die WC-Katakombe gibt’s nicht mehr, das Hochhaus und andere Gebäude-Grauslichkeiten sind geblieben.

Welser Bürgermeister wünscht sich „Wow-Effekt“

Was weiter auf dem KJ verbleiben wird, ist – weil es die Mehrheit der Welser so möchte – der Busbahnhof. Dieser aber soll umgestaltet werden, ebenfalls nach den Wünschen der Bevölkerung. Man wolle für den KJ einen „Wow-Effekt“ erzielen, sagt Bürgermeister Andreas Rabl und zu wünschen wäre es dem geschundenen Platz wie auch den Welsern, die das einstmals schöne KJ-Platzensemble mit dem Josefs-Denkmal vorm Semmelturm nur noch auf alten Ansichtskarten bewundern können.