Marschieren im Gleichschritt: Angela Merkel und Klaus – Mr. WEF – Schwab.

Covid-19 verliert seinen Schrecken: Der Widerstand gegen diktatorisch anmutende Regierungsmaßnahmen in der Bevölkerung wächst. Für den „großen Umbruch“ sind das keine guten Voraussetzungen. Daher rückt beim virtuellen Treffen des Weltwirtschaftsforums der Klimawandel als „nächste Pandemie“ in den Fokus.

Von Vanessa Renner

In Davos herrscht dieses Jahr Stille: Wegen Covid-19 findet das Treffen der globalen Eliten zum World Economic Forum (WEF, zu deutsch: Weltwirtschaftsforum) 2021 nur virtuell statt. Am Sonntag, den 24.1., eröffnete WEF-Gründer Klaus Schwab das diesjährige Treffen. Bis zum 29.1. diskutieren die Reichen und Mächtigen in Videokonferenzen ihre Zukunftsvisionen für die Welt.

Ein Wort findet sich in beinahe jeder ihrer Reden wieder: Multilateralismus. Jeder geladene Politiker ruft zu globaler Zusammenarbeit auf, zum gemeinsamen Handeln in der Krise. In Wahrheit geht es um eine politische Agenda, die für so manchen noch immer wie eine wilde Verschwörungstheorie anmutet. Schwab selbst stilisiert sich seit Veröffentlichung seines Buchs “Covid-19: The Great Reset” („Der große Umbruch“) und der massiven Kritik, die darauf folgte, als Opfer von Verschwörungstheoretikern: Diese würden seine Worte angeblich boshaft und falsch auslegen. Der Vorwurf, dass er einen totalitären Staat und die Umgestaltung der Gesellschaft plane, wäre falsch – der „Great Reset“ solle lediglich eine „bessere Welt“ schaffen.

Dank Krise in den Sozialismus

Im propagandistisch anmutenden YouTube-Video “What is the Great Reset?” wird aufgezeigt, wie diese „bessere Welt“ aussehen soll. Fakt ist für Schwab und seine Kollegen: ein Zurück zur „alten Normalität“ darf es nicht geben. Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, sei tot. Ist die Corona-Apokalypse überstanden, rückt die Klima-Apokalypse wieder in den Vordergrund. Beide sollen den Beweis liefern, dass das bestehende System „falsch“ und ein „großer Neustart“ nötig ist.

Neu ist an der Vision Schwabs indes nichts: Im Kern geht es um das Errichten einer sozialistischen Öko-Diktatur. Das ließe sich vielleicht als Träumerei eines alten Mannes in seinem Elfenbeinturm abtun – wenn seine totalitären Umbruchsfantasien sich nicht längst täglich in der Politik der Regierungen dieser Welt widerspiegeln würden.

Schwab selbst erläuterte in seinem Buch, dass die Corona-Krise Chancen für „langfristige Veränderungen“ biete, die Regierende sich nicht entgehen lassen sollten. Und eines zeigt die Davos Agenda 21 allzu deutlich: Dieser Krisen-Modus soll aufrechterhalten werden. Während die so mächtigen wie gut betuchten Redner beim WEF die Impfung als große Hoffnung in bitterer Not präsentieren, wird doch auch immer wieder auf die altbekannte Bedrohung des Klimawandels Bezug genommen. Verliert Covid-19 seinen Schrecken, muss offensichtlich schnell Ersatz her, um die Freiheitsbeschränkungen der Bürger weiter rechtfertigen zu können.

Nächste Pandemie: Klimakrise?

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sogar einen gewagten Bezug zwischen Virus und Klimaschutz her. Wie in der Corona-Krise seien im Kampf gegen den Klimawandel harte Maßnahmen nötig. Merkel zufolge könne es ein „Weitermachen wie gehabt“ nach überstandener Pandemie nicht geben: Stattdessen müsse in allen Bereichen Nachhaltigkeit angestrebt werden – auch, damit die Welt in Zukunft nicht mehr so verwundbar sei. Dabei bezieht sie sich beispielsweise auf die Abhängigkeit von globalen Lieferketten, warnt aber im selben Atemzug vor einem regionalen Protektionismus.

„Dies ist die Stunde des Multilateralismus“, schließt sie. Das zeige sich ganz deutlich bei der Covid-Impfung: Die „gerechte Verteilung“ der Impfstoffe dürfe nämlich nicht einfach eine Frage des Geldes sein. Ein Vorgeschmack auf ganz andere Umverteilungs-Fantasien der Regierenden? In jedem Fall plädiert sie für die Stärkung internationaler Organisationen wie der Weltgesundheits- und der Welthandelsorganisation.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bekräftigt Merkels Klima-Alarmismus: Wenn wir die Natur nicht schützen, stehe die nächste Pandemie vor der Tür, behauptete sie etwa. Freimütig kündigte sie am Montag die absolute Öko-Planwirtschaft für die EU an: „Das ist der europäische Green Deal, die neue Wachstumsstrategie der EU.“ Private Investitionen sollen in Zukunft über Regulierungen und finanzielle Anreize gezielt in Richtung Nachhaltigkeit gelenkt werden. Dabei zeigt schon ein schneller Blick in die Geschichtsbücher, dass Sozialismus gemeinhin nicht mit Wachstum einhergeht.

Klima-Galionsfigur Greta Thunberg wurde in einer gewohnt vorwurfsvollen Ansprache gleich noch deutlicher: Die Klimakrise könne innerhalb „des heutigen Systems“ nicht mehr gelöst werden, findet die 18-Jährige.

Der Klimawandel als Geschäft

Am Donnerstag Abend meldete sich auch Bill Gates zu Wort. Der Milliardär steht unter anderem wegen seiner Investments in Pharmaunternehmen stetig in der Kritik. Kurz vor Beginn der Corona-Pandemie investierte er beispielsweise ausgerechnet in Biontech – die Firma, die durch die Notfallzulassung des Biontech-Pfizer-Impfstoffes mittlerweile Milliardenumsätze einfährt.

Auch im angeblichen Kampf gegen den Klimawandel hört er offensichtlich schon die Kassen klingeln. Laut Pariser Abkommen muss bis 2050 die „Klimaneutralität“ erreicht werden: Treibhausgasemissionen müssen also massiv reduziert werden. In vielen Branchen ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Bill Gates schlägt als Lösung gewissermaßen einen Ablasshandel vor: Wenn Unternehmen weiterhin Treibhausgase produzieren, können sie diese „kompensieren“. Dazu müssten sie dann beispielsweise klimafreundliche Produkte und Projekte finanzieren.