Die Corona-Krise verbannt die traditionellen Feierlichkeiten der Politik zum 1. Mai dieses Jahr weitgehend ins Internet. „Social Media statt Demos“ ist so auch im Land ob der Enns heuer das Motto.

Die Bandbreite reicht dabei von Videobotschaften bis zu kettenbriefartig organisiertem Topfschlagen.

Tag der Kultur

Der Linzer SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger macht den „Tag der Arbeit“ zum „Tag der Kultur“ und will rund 40 Künstlern ab 10:30 Uhr via YouTube einen „Raum“ für Auftritte geben, ihnen auch ein kleines Honorar als Anerkennung zukommen lassen.

Seine Kollegen der Landespartei stellen den Tag unter das Motto „Gemeinsam laut“. Man solle mit einem Kochlöffel auf einen Topf schlagen und erzählen, was einen am 1. Mai bewegt. Geneigte Genossen sollen davon ein Handyvideo auf Facebook posten und fünf weitere Personen auffordern, dasselbe zu tun. Ob hier auch türkische und afrikanische Community-Vertreter auf den Topf hauen und mitfeiern werden, wie ansonsten beim SPÖ-Maiaufmarsch üblich, ist indes unklar.

FPÖ Videobotschaft

Die FPÖ muss heuer auf die traditionellen 1. Mai-Veranstaltung am Urfahraner Jahrmarkt verzichten. Stattdessen gibt es ein Video, das eine Kampagne mit dem Titel „Österreich entfesseln!“ einläuten soll. Diese Botschaft der Freiheitlichen soll am 1. Mai über sämtliche Social-Media-Kanäle der Partei verbreitet werden. Mit dabei sind neben Oberösterreichs FPÖ-Boss, Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner auch die oberösterreichischen Nationalratsabgeordneten.

Türkise „Osterhasen“

Von der ÖVP gibt es eine Dankes-Videobotschaft von Landeshauptmann Thomas Stelzer. Natürlich auch nur online. Anstelle der sonst üblichen Besuche am Arbeitsplatz stellen die Abgeordneten den Mitarbeitern von rund 200 Einrichtungen heuer Boxen mit regionalem Obst und Schokolade vor die Tür. Wie türkise Osterhasen, also.

Die Grünen gehen ins Holz

Die Grünen bleiben als einzige Partei offline. Für Landessprecher Stefan Kaineder steht ein physischer Besuch bei den Geschäftsführern eines Holzbauunternehmens in Schwanenstadt auf dem Programm.

Was noch erwähnt sei:

Auf Bundesebene begehen die Neos den „Tag der Bildung“ und die Kommunisten der KPÖ rufen zu einem Flashmob auf. Sympathisanten sollen um 18 Uhr „Die Internationale“ von Balkon oder Fenster herab singen, so der Aufruf.