Wegen „Diskriminierung“: Muslime attackieren britische Premierministerin

Die britische Premierministerin, Theresa May will vorzeitige Parlamentswahlen abhalten und hat den Termin auf den 8. Juni 2017 festgelegt. Dafür wurde sie von muslimischen Abgeordneten der Labour Party (Arbeiterpartei) und der Schottischen Nationalpartei heftig kritisiert.

Viele Muslime in Großbritannien

May habe die muslimischen Wähler ignoriert, der Termin falle in den islamischen Fastenmonat (Ramadan). Das könnte Muslime davon abhalten, zur Wahl zu gehen, berichtet der „Evening Standard“.

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Vor allem in Wahlkreisen mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteil könnte sich das negativ auswirken, befürchten Kritiker. Auch jene, die Wahlkampagnen planten, könnten davon Abstand nehmen. Der Labour-Abgeordnete, Rushanara Ali, empfahl daher den Muslimen, für alle Fälle Wahlkarten zu beantragen.

Muslime fühlen sich übergangen

Humza Yousaf, schottischer Regierungsminister für Transport, ist überzeugt, dass viele Muslime das Gefühl haben, sie seien bei der Fixierung des Wahltermins übergangen worden.

Der Muslimische Rat von Großbritannien teilt diese Befürchtungen hingegen nicht. Es gebe eine gewisse Wahlmüdigkeit im Land nach dem intensiven Wahlkampf für 2015 und dem Brexit-Referendum im letzten Jahr. Wer wählen wolle, werde auch wählen.

Ramadan nun wichtig in Großbritannien

Vertreter anderer muslimischer Organisationen weisen darauf hin, dass der Ramadan und das Fasten keinen Einfluss auf das normale Leben haben sollten. Denn der Fastenmonat sei eher eine spirituelle Erfahrung. Man ermutige daher alle Muslime, zur Wahl zu gehen.

Der islamische Fastenmonat beginnt am 26. Mai und endet am 24. Juni. In dieser Zeit fasten gläubige Muslime vom Sonnenaufgang bis –untergang, mitunter reduzieren sie ihre Aktivitäten.

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