Am 30. Mai findet heuer die Triathlon Challenge in St. Pölten statt. Aufreger: Ein Hobbysportler, der aufgrund der Corona-Maßnahmen sechs Monate lang kein Schwimmtraining absolvieren konnte, und daraufhin seine Teilnahme absagte, soll nun nicht einmal sein Startgeld von satten 269 Euro rückerstattet bekommen!

Im Mai des vorigen Jahres war Alexander Schädlich (48) für die Triathlon Challenge angemeldet. Aufgrund des damaligen Lockdowns hatten die Sportler die Möglichkeit, sich für die Teilnahme im heurigen Jahr umzumelden, was der Athlet auch ohne große Bedenken tat. Allerdings waren, und das seit November 2020 (!), alle Hallenbäder und Fitnessstudios geschlossen. Somit war sechs Monate in Folge kein Schwimmtraining möglich. Aus diesem Grund sagte Schädlich seine Teilnahme an der Triathlon Challenge ab. Schließlich ist auch in den AGB des Veranstalters zu lesen, dass sich ein Sportler „in ausreichendem Trainingszustand“ zu befinden hat, um an der Veranstaltung überhaupt teilzunehmen.

Sportler soll sein Geld nicht wiedersehen

Als der Hobby-Athlet versuchte, seinen Vertrag rückgängig zu machen, kam prompt die Antwort vom Veranstalter: dies sei nicht möglich. Der Sportler bekam lediglich die Rücktrittsregelungen zugesandt, die derartiges offenbar nicht vorsehen. Schädlich soll also von seinem bereits eingezahlten Startgeld in der Höhe von 269 Euro nicht mehr zu Gesicht bekommen. Als Alternative wurde ihm angeboten, an einem Duathlon – ohne Schwimmen – teilzunehmen. Dies lehnte er ab, da er sein Startgeld für einen Triathlon, d.h. für Schwimmen, Radfahren und Laufen bezahlt hatte. Der Triathlet rät Amateursportlern Rücktrittsregelungen und AGBs gut durchzulesen, um nicht ähnlich unerfreuliche Erfahrungen zu machen.

Für IRONMAN ist Training möglich

Im Unterschied zum Triathlon wurde der St. Pöltner Radmarathon, der Ende Juni stattfinden hätte sollen, nicht verschoben, sondern wie bereits im Vorjahr abgesagt. Der legendäre IRONMAN in Graz wurde auf 15. August verschoben, was den Sportlern immerhin eine angemessene Trainingszeit ermöglicht. Somit ist es lediglich die Triathlon Challenge, die von St. Pölten am 30. Mai wie geplant durchgezogen werden soll.

Sind manche gleicher als gleich?

Interessantes Detail am Rande: Der Veranstalter – der auch eine Promotionsfirma hat – arbeitet im Magistrat St. Pölten. Ihm soll natürlich keine Parteiangehörigkeit unterstellt werden, doch scheint sich die Frage zu stellen, ob hier bestimmte, politiknahe Personen wieder einmal mehr wissen als andere. (Wochenblick berichtete z.B. hier, hier und hier)

Sportler kämpfen um ihr Recht

Der Hobbysportler Schädlich möchte nun einen Rechtsanwalt einschalten, und versuchen, sein bereits eingezahltes Startgeld wieder zurückzuerhalten. Immerhin besteht die Hoffnung, dass er damit erfolgreich sein könnte – man denke an den Fall des steirischen Betreibers eines Fitnessstudios, dem kürzlich Recht gesprochen wurde. Ing. Daniel Schreiber hatte während der – rechtswidrigen – Lockdown-Maßnahmen Hobbysportler in seinem Studio in Hartberg trainieren lassen und war daraufhin von Nachbarn mehrfach denunziert worden (Wochenblick berichtete). Im Nachhinein wurde ihm vom Landesverwaltungsgericht Steiermark jedoch recht gegeben: Die Schließung des Fitnessstudios war illegal!

Sensationsurteil: Sportstudio hat offen!

Das Landesverwaltungsgericht Steiermark bezog sich in seinem Urteil jedoch auf die Entscheidungen des VfGH, wonach sämtliche Maßnahmen während des Lockdowns gesetzeswidrig waren.

Einzigartig daran: Erstmals wurden Maßnahmen nicht nur für einen davor liegenden Zeitraum aufgehoben, was – wie schon gewohnt – kaum jemandem nützt. Der Betreiber des „Fitten Hirschen“ hat seine Pforten aktuell (!) völlig verfassungskonform geöffnet! Ein heutzutage nahezu unglaublicher Präzedenzfall, der hoffentlich die Basis für weitere Rechtsprechung darstellt! Motivierend: Mut zahlt sich aus! 

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