Seit sich der Ansturm von Migranten auf die EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei verschärft, häufen sich wieder allerlei streitbare Aussagen von Personen des öffentlichen Lebens. 

Im Ringen um vermeintliche „Menschlichkeit“ sehen sich linksgerichtete Akteure in Zeiten der Krise zunehmend auf der moralischen Überholspur. Bereits jetzt fordern etwa Grün-Politiker in Österreich und Deutschland, die Migranten aus dem Ägäisraum in Scharen nach Europa zu holen.

Ditfurth: Kolonialschuld als Grund für Grenzöffnung

Zur Gruppe der Empörten gehört auch Jutta Ditfurth, für die Splitterpartei ÖkoLinX im Stadtparlament von Frankfurt/Main. Besonders stößt der für ihr äußerst linkes Profil bekannte ex-grünen Adelstochter auf, dass die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Griechen ihre Solidarität aussprach. Ditfurth warf ihr daraufhin mehrfach auf Twitter vor, die „Sprache des Krieges“ zu verwenden.

Aber das sollte noch nicht das Ende der Tirade gegen die frühere CDU-Verteidigungsministerin sein. Sie fordert Europa auf, „aus Menschlichkeit“ seine Grenzen zu öffnen – damit die Einwanderer „nach Deutschland und Europa“ können. Dafür hat sie eine weitere originelle Begründung: „Weil Europa hunderte von Jahren kolonialer Verbrechen auf dem Gewissen hat.“ Von der Leyen stelle sich in „diese schreckliche Tradition“.

Moralische Argumente – nicht immer faktengetreu

Die Scheunentore aus vermeintlicher historischer Schuld – zahlreiche EU-Länder wie z.B. Österreich hatten niemals Kolonien – zu öffnen, zeugt von einer neuen Qualität der moralischen Keule. Allerdings befördert auch die Berichterstattung vieler Mainstream-Medien ein Narrativ, welches auf die Erregung von Mitleid abzuzielen scheint. Wie der Wochenblick berichtete, greifen sie dabei mitunter sogar auf dieselben Fotografen zurück, welche dieselben Szenen wie 2015 nachstellen.

Obwohl den Löwenanteil der Migranten junge Männer ausmachen, schrieb die Tagesschau unter Berufung auf die Internationale Organisation für Migration (IOM) etwa kürzlich: „Tausende Menschen, darunter auch Familien mit kleinen Kindern, verbrächten eine kalte Nacht an der Grenze“. In Wirklichkeit herrschen in der Region im Moment aber zweistellige Plusgrade