Spät, aber doch erkennt die schwedische Regierung, dass in ihrem Land etwas grundsätzlich schiefläuft. Insbesondere mit der Islamisierung der Gesellschaft, der man offenbar nicht mehr Herr wird.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

Kurzsichtige Politik

Statt die eigenen politischen Fehler aber zuzugeben, geht man mit Brachialmethoden vor: Man will jetzt das Verbot aller Schulen, deren Träger Religionsgemeinschaften sind. Obwohl der Grund für die angeführten Probleme der zunehmende Extremismus an muslimischen Schulen ist.

Die Forderung kommt von den Sozialdemokraten, die in Schweden mit den Grünen in einer Minderheitsregierung sind. Die Bildungsministerin Anna Ekström und der Minister für öffentliche Verwaltung, Ardalan Shekarabi, wollen das durchziehen, sollte ihre Partei bei der Wahl im Herbst erfolgreich sein.

Aggressiver Islam

Insbesondere Shekarabi, der selbst iranische Wurzeln hat, verwies auf eigene Erfahrungen in iranischen Schulen, wo es strikte Geschlechtertrennung gibt.

Seit den 70er Jahren seien tausende Muslimen in Schweden eingewandert. „Ich sehe hier wieder religiöse Unterdrückung – in schwedischen Schulen“, schrieb er in einem Kommentar im „Aftonbladet“. Lehrer und Pädagogen, nicht Priester und Imame, sollen deshalb für die Schulen zuständig sein, hieß es. 

Heftige Proteste von Katholiken und Juden

Aus katholischen und jüdischen Kreisen kam scharfe Kritik gegen den Vorstoß. So etwa von der Direktorin der Notre-Dame-Schule in Göteborg, Paddy Maguire: Die angesprochenen Missstände wie antidemokratische Haltung und strenge Geschlechtertrennung beträfen zwar nur islamische Schulen, die Sozialdemokraten seien aber „zu feige, das zuzugeben“.

Ilya Meyer, ein schwedischer Jude und früherer Vize-Vorsitzender der Schwedisch-Israelischen Freundschaftsverbandes, bezeichnete das Vorhaben der Sozialdemokraten als „bizarres Ansinnen der zunehmend repressiven schwedischen Regierung“.

Nur weil sie niemals etwas gegen die muslimische Uneinsichtigkeit unternommen habe, schere sie jetzt alle religiösen Schulen über einen Kamm und wolle sie verbieten, schrieb er auf Facebook.

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Schweden hat höchsten Muslim-Anteil in EU

Mit Ausnahme von Bulgarien hat Schweden in Europa mit 8,1 Prozent den höchsten Anteil muslimischer Menschen, heißt es in einer „Pew Studie“. Sollten die Sozialdemokraten im Herbst gewählt werden, wollen sie christliche, muslimische und jüdische Schulen in rein säkulare Einrichtungen umwandeln.

In Schweden gibt es laut Katholischer Presse Agentur (CNA) 71 Schulen, deren Träger eine Religionsgemeinschaft ist: 59 davon sind christlich, elf muslimisch und eine jüdisch. Insgesamt wären 10.000 Schüler christlicher Einrichtungen betroffen, weil die Schulen durch das angedrohte Gesetz in schwere finanzielle Schwierigkeiten geraten würden.