Gesundheitsminister Rudolf Anschober zeigte sich bereits optimistisch, dass keine zweite Welle kommen werde. Doch während sich Kurz‘ Bundesregierung bereits zum Retter der Nation feiert, explodiert in Wien die Anzahl der Neuinfektionen.

So wurden am Montag 61 neue Corona-Fälle alleine in Wien registriert. Zum Vergleich: österreichweit sollen derzeit noch rund 500 Personen erkrankt sein. Das absolute Gros der Erkrankungen befindet sich in Wien. Noch vergangenen Donnerstag drängten rund 50.000 Menschen auf die Black Lives Matter Demo in Wien. Wie viele sich im Zuge der Massenansammlung infiziert haben, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Für einen Niederschlag in der Statistik ist es noch zu früh. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) beträgt die Inkubationszeit 5-14 Tage. 

Nachwehen des Ramadan?

Laut einem Sprecher des medizinischen Krisenstabs Wien lassen sich die Infektionen vor allem auf familien-interne Ansteckungen zurückführen. Der neuerliche Anstieg der Infektionen könnte auf das Ende des Ramadan zurückzuführen sein. Unter Muslimen ist das Zuckerfest eines der wichtigsten Feiertage im Jahr. Dabei treffen sich Familien und Freunde nach den Entbehrungen durch die harte Ramadan-Zeit um drei Tage lang zu feiern und ausgiebig zu essen. Das diesjährige Zuckerfest fiel auf den 24. Mai und liegt damit zwei Wochen zurück.

Infektionen durch Demos zu erwarten

Trotz der etwas wärmeren Sommertemperaturen ist das Virus also noch nicht zum Erliegen gekommen. Damit könnten die Black Lives Matter Demonstrationen noch üble Nachwirkungen mit sich bringen. So verdichten sich aus Schweden, Großbritannien und den USA die Hinweise, dass dunkelhäutige Menschen vier Mal häufiger am Covid-19 Virus versterben als Weiße. Die genauen Ursachen für die scheinbaren ethnischen Unterschiede in der Mortalität sind noch nicht erforscht.