Am Samstag findet im NSK Olimpiyskyi Stadion von Kiew das Finale der Fußball Champions League zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool statt. Maßgeblich am Finaleinzug der vom deutschen Trainer Jürgen Klopp betreuten „Reds“ aus Liverpool beteiligt war Top-Torjäger Mohamed Salah. Doch ausgerechnet im Spiel um den „Pokal mit den großen Ohren“ könnte der Ägypter nicht ganz fit sein. Der Grund: Ramadan!

Am 15. Mai begann für viele Moslems der Fastenmonat „Ramadan“. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang dürfen gläubige Muslime 29 Tage lang weder essen noch trinken. Für Profi-Sportler vor ihrem wichtigsten Spiel natürlich fatal.


Ramadan wichtiger als Sport

Für Stürmerstar Salah, der bislang die Saison seines Lebens spielt, und seinen Vereinskollegen, den ehemaligen Salzburger „Bullen“, Sadio Mané, steht fest: Die Regeln des Islams sind wichtiger als die körperliche Fitness.

Der Ramadan stürzt Profi-Sportler immer wieder in Gewissenskonflikte. Bayern Münchens Superstar, Franck Ribery, selbst gläubiger Moslem, entschied sich schon früh in seiner Karriere, während des Fastenmonats nicht auf Essen und Trinken zu verzichten. Er beruft sich dabei auf eine mögliche Ausnahme. So erlaubt der Koran ein Fastenbrechen für Schwerarbeitende. Auch der Zentralrat der Muslime gestattet es all jenen, die körperliche Arbeit verrichten müssen, nicht zu fasten.

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Viele Liverpool-Fans sind jetzt stinksauer, schließlich ginge es um das Finale!

Abnahme der Leistung ist erwiesen

Der ehemalige medizinische Betreuer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Prof. Wilfried Kindermann, erklärte auf einer Anfrage der „dapd“: „Die wenigen bisher vorliegenden Studien weisen auf eine Abnahme der Ausdauerleistungsfähigkeit während des Fastens bei Fußballspielern hin.“

Der Ägypter Salah und eventuell auch der Senegalese Sadio Mané müssen aber nicht nur auf Nahrung verzichten. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sollen Gläubige nicht nur fasten, sondern dürfen auch nicht Rauchen, Fluchen oder Sex haben. Fluchen werden die Fans in Liverpool ganz bestimmt, wenn Salah ausgerechnet im Finale der Champions League seine Leistung nicht bringen kann.

Ronaldo freut sich

„Real Madrid“-Superstar Cristiano Ronaldo fühlt sich hingegen erst jetzt am Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit. „Mein biologisches Alter ist 23!“, tönte der 33-Jährige gewohnt selbstbewusst. Er will seine „Königlichen“ am Samstag zum dritten Champions League Titel in Folge führen.