Am Samstagvormittag um 09.30 Uhr ging es los zu unserer Leserreise an den Adventmarkt nach St. Wolfgang ins Salzkammergut! Unterwegs machten wir noch einen Abstecher nach Vöcklabruck, um dort das Museum der Heimatvertriebenen, das Schlossereimuseum und das Museum „Alte Stadtmauer“ zu besuchen! Unter den Teilnehmern befanden sich auch viele Mitglieder des exklusiven „Wochenblick“-Clubs.

An Bord des Busses befand sich eine etwa dreißigköpfige Fan-Gemeinde von „Wochenblick“-Lesern und die „Wochenblick“-Redaktion, gemeinsam verließen sie am Samstag Linz. Nach einem kurzen Stopp am Welser Bahnhof, an dem noch weitere Leser aufgegabelt wurden, fuhr man weiter zum ersten Zwischenstopp der Reise nach Vöcklabruck. Dort befindet sich das Museum der Heimatvertriebenen, das Schlossereimuseum und das Museum „Alte Stadtmauer“.

Tour durch kleine, liebevolle Museen

Die Reisegruppe teilte sich nach der Ankunft in zwei Gruppen zu je 20 Personen. Die erste Gruppe besuchte das Schlossereimuseum samt der „Alten Stadtmauer“, die zweite Gruppe begab sich zum Museum der Heimatvertriebenen, danach wurden die Orte gewechselt. Das kleine Schlossereimuseum widmet sich dem einst blühenden Handwerk der Schmiede.

Dem Publikum wurde dort erklärt, dass die Schlosserei- und Kunstschmiedewerkstatt aus dem Jahr 1905 stammt. Der Schmiedemeister Matthäus Müller errichtete die Werkstatt an der Außenseite der alten Stadtmauer. Drei Generationen erzeugten in dieser Schmiede hochwertige Werkzeuge, Grabkreuze, Fenstergitter und Kunstgegenstände. Neben der Schlosserei reparierte man Fahrräder und stellte Landmaschinen her!

heimatvertriebenenmuseum

Historische Sammlerstücke

In den 60er Jahren wurde der Betrieb stillgelegt. Erst 2012 verwandelten die heutigen Eigentümer Kilian und Angela Müller mit finanzieller Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union die Schmiede in ein schmuckes Museum. Im Zuge des Umbaus konnte auch ein Teil der alten Stadtmauer (10 x 4m) restauriert werden.

Zur Ausstattung gehören Esse, zwei Drehbänke, Schmiedehämmer, Bohrmaschine, Blechbrecher, Feldschmiede, Zangen und verschiedene alte Werkzeuge. Das Besondere an diesem Museum ist, dass ein vollständiges Werkstatinventar am ursprünglichen Standort gezeigt werden kann. Im Keller des Gebäudes sind historische Sammlerstücke aus der Kunstschlosserei ausgestellt.

Mittelalterliches Vöcklabruck

Das direktangrenzende Museum „Alte Stadtmauer“ erzählt von Vöcklabruck zu Zeiten des Mittelalters, als es noch von einer mächtigen Stadtmauer umgeben war. Sie diente zum Schutz gegen feindliche Überfälle. Durchlasse gewährten stark befestigte Tore, deren Türme gleichzeitig auch Aussichtstürme waren. Die Ummauerung war etwa fünf Meter hoch und an ihrer Außenseite von einem ca. vier Meter breiten Wassergraben umgeben, dessen Sohle bis zu einer Tiefe von sieben Metern reichte.

Der Mauerring war ober- und unterirdisch zweischalig aus 40 x 60 cm großen Konglomeratquadern hergestellt. Das Gesamtbild einer mittelalterlichen Stadt blieb bis ins 19. Jahrhundert erhalten. Im Laufe dieses Jahrhunderts wurden, wie in den meisten Städten, auch in Vöcklabruck die Befestigungsanlagen abgetragen. Der Stadtgraben wurde mit dem Schutt aufgefüllt und die Steine fanden zum Großteil für Grundfesten in diversen Bürgerhäusern Verwendung. Erhalten sind nur mehr die beiden Stadttürme und Mauerreste an verschiedenen Stellen. Im Museum „Alte Stadtmauer“ befindet sich noch ein Teil der alten Stadtmauer von Vöcklabruck. Einzigartig ist jedoch die freigelegte Sohle des Stadtgrabens.

Museum der Heimatvertriebenen

Nach dem interessanten Einblick in das Schmiedehandwerk ging es direkt weiter in das Huebmer Haus, das das Museum der Heimatvertriebenen beherbergt. In dem geschichtlich aufgebauten Museum sind wertvolle Handarbeiten, Bilder, Geräte, Trachten und Kulturgut aus den ehemaligen Siedlungsgebieten der Beskidendeutschen, Buchenlanddeutschen (Bukowina), Donauschwaben, Siebenbürger Sachsen und Sudetendeutschen ausgestellt.

Die Trachten zur jeweilig gehörenden Volksgruppe werden auf lebensgroßen Puppen dargestellt. Darüber hinaus finden sich im Bestand des Museums Ansichten, alte Münzen, Banknoten, Dokumente und Landkarten aus den ehemaligen Heimatstädten der Siedler. Zu den Öffnungszeiten des Museums kann außerdem eine Bibliothek mit rund 350 Bänden zum Thema Vertreibung genutzt werden.

Auf dem schönsten Adventmarkt in OÖ

Im Anschluss ging die Fahrt mit dem Bus weiter nach St. Wolfgang zum wahrscheinlich schönsten und romantischsten Adventmarkt in ganz Oberösterreich! Dort angekommen, stimmten einen gleich die wunderbare Atmosphäre und der singende Engel vom Wolfgangsee auf die Weihnachtszeit ein. Man erwartet mit Freuden das Christkind und die Faszination des lebendigen Brauchtums, das einem geboten wird, lädt zum Verweilen ein.

Im Pfarrgarten konnte man die einzigartige Salzkammergut-Krippe mit über 70 lebensgroßen Figuren bestaunen. Um Punkt 17 Uhr durften die Teilnehmer zudem den Weisenbläser, die durch den Markt gezogen sind, mit ihren weihnachtlichen Klängen lauschen. Es gab viele Stände bei denen außergewöhnliche Naschereien angeboten oder interessante Kunsthandwerke zur Schau gestellt wurden. Kurz vor der Heimfahrt wurde von der Redaktion noch eine Runde warmer Punsch für alle ausgegeben.