Wer sich in Gefahr begibt, könnte darin umkommen. Dieses von mir leicht abgewandelte Zitat aus dem Alten Testament sollten Autoknacker kennen. Zwar haben diese – wie die Praxis zeigt – bei ihren Diebestouren kaum Schlimmes zu befürchten, jedenfalls nicht für Leib und Leben, was aber nicht immer so sein muss.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Beim Autoeinbruch ertappt

Das zeigt ein Vorfall in Vöcklabruck, wo ein 31-jähriger Drogensüchtiger nächtens beim Autoeinbruch ertappt wurde und zwar vom Besitzer des Wagens, einem 46-jährigen Vöcklabrucker.

Der verteidigte natürlich sein Eigentum, riß den Autoknacker in begreiflicher Erregung unsanft aus dem Fahrzeug und verpasste ihm ein paar Watschen. Nun muss er befürchten, vor Gericht wegen Körperverletzung verknackt zu werden. Auch eine Schmerzensgeldforderung könnte ihm drohen.

Gesundes Rechtsempfinden?

Dabei wurde der Autobesitzer vom Dieb, der Aids haben soll, auch mit einem Messer an der Hand verletzt. Der 46-Jährige muss jetzt sogar damit rechnen, mit dem HIV-Virus infiziert worden zu sein.

Doch auch in diesem Fall darf man sich heute nicht einmal mehr mit zwei Watschen wehren ohne straffällig zu werden, erläutern Juristen und verweisen auf das geschriebene Recht. Das aber dürften all jene Bürger, die sich auch in einer immer verkehrter werdenden Welt ihr gesundes Rechtsempfinden bewahren konnten, nur sehr schwer verstehen.