Bei der Verteidigung ihrer einschneidenden und teils absurden Einschränkungen berufen sich regierungstreue Politiker gerne auf „die Wissenschaft“ oder medizinische Fachmeinungen. Kommt dann aber einmal ein kritisches Wort, sind insbesondere die ohnehin von vielen für eine ‚Verbotspartei‘ gehaltenen Grünen schnell dabei, wenn es darum geht, die Gegenstimmen verstummen lassen zu wollen. 

Die Causa geht auf einen Brief aus dem Dezember zurück, den Karlheinz Tscheliessnigg, der Chef der steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) an deren 19.000 Mitarbeiter versandte. Darin versuchte der Mediziner seine Kollegen zu sensibilisieren, dass man bei der Gabe eines „kaum geprüften Impfstoffes“ vorsichtig umgehen müsse. Bei der vergangenen Landtagssitzung wurde dieser Appell an die Vernunft dann auf einmal zum Thema.

Grünen-Sprecherin will Impf-Kritiker abberufen lassen

Denn die grüne Landesparteiobfrau Sandra Krautwaschl möchte den Mann abberufen, wenn er seine Meinung nicht ändert. Sie stört, dass Tscheliessnigg seine Aussage breitenwirksam anbringen konnte: „Das war keine Privatmeinung, er hat öffentliche Verantwortung.“ Sie wandte sich daher an die Gesundheitslandesrätin Juliane-Bogner Strauß (ÖVP). Krautwaschl im Wortlaut: „Werden Sie ihn abberufen, wenn er da keinen Fehler eingesteht oder die Aussage zurücknimmt?“ 

In ihrer Antwort zeigte Bogner-Strauß – unter der beim Volk beliebten einstigen türkis-blauen Regierung noch Bundesministerin für Frauen, Familie und Jugend – dann aber erstaunliches Rückgrat. Die Biologin und Biochemikerin verwies auf die „redliche Intention“ Tscheliessniggs. Sie erkenne in seinem Rundschreiben „keinen Aufruf zur Impfverweigerung“. Auch den Kritikern zuzuhören, sei Teil der Wissenschaft. „Aufklärung“ hält sie für den sinnvolleren Weg, um der Impfskepsis beizukommen.

Burgenland: Amtsärztin für Demo-Rede gefeuert

Wie schnell es für Ärzte mit öffentlicher Verantwortung gehen kann, wenn die Politik ihnen die Rückendeckung versagt, zeigte sich indes unlängst im Burgenland. Dort nahm eine Amtsärztin aus dem Bezirk Jennersdorf als Rednerin an einer maßnahmenkritischen Demo teil. Auch sie übte starke Kritik an der umstrittenen und hastig entwickelten Impfung – sowie auch generell an der öffentlichen Erzählung und den Maßnahmen.

„Man hat uns glauben gemacht, dass wir statt eines gesunden Immunsystems nur mehr die Pharmaindustrie brauchen. Man hat das Immunsystem abgeschafft, man hat aus Recht Unrecht gemacht, aus Gesundheit die Krankheit gemacht.“ Auch dem verordneten Maskenfasching kann sie nichts abgewinnen: „Man hat aus der Mimik der Menschen mumifizierte Gestalten gemacht.“ Als Ärztin mit 23 Jahren Erfahrung mache sie bei so etwas nicht mit.

Für das Land Burgenland war diese Kritik zu scharf: Dort stellte man die Frau einfach mit sofortiger Wirkung dienstfrei…