Der Zuspruch zu den Massentests blieb bekanntlich auch in Oberösterreich niedrig. Mit nur etwa 320.000 Teilnehmern wurde die türkis-grüne PR-Aktion in unserem Bundesland zum regelrechten Fiasko. Eine zweite Testschiene im Jänner soll den Image-Schaden aufpolieren, man kann sich auch ’negative Anreize‘ für eine Testung vorstellen – etwa Nachteile bei Freizeitaktivitäten. 

Mit etwa 1.200 positiven Tests blieb die Quote auch im „Landl“ weit unter einem Prozent – wie auch in allen anderen Bundesländern. Obwohl nur ein Viertel der Berechtigten überhaupt hinging – damit liegt man im Mittelfeld – heißt dies, dass auch hierzulande jeder positive Test den Steuerzahler etwa 2.000 Euro kostete. Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander will die Testbereitschaft in der zweiten Runde durch eine drohende Schlechterstellung der Nicht-Getesteten ankurbeln… 

Türkise zerbrechen sich Kopf über Massentest-Anreize

Trotz des geringen Anlaufs freut sich Haberlander über einen Beitrag zur Unterbrechung von „Virus-Ketten“. Aber nachdem hunderttausende teuer angekaufte Test-Kits ungenützt herum liegen, wirft man mit diesen auch in Oberösterreich umher. Wie in Tirol plant man daher die Möglichkeit von jederzeit verfügbarer Gratis-Tests noch vor Weihnachten. Eine zweite Massentest-Tranche soll dann vom 7. bis 10. Jänner stattfinden.

Ursprünglich waren Landeshauptleute sowie die türkis-grüne Regierung davon ausgegangen, dass die Hälfte der Bürger teilnehmen. Weil die Tests schon aber nicht gerade wie warmen Leberkäse-Semmeln weggingen, kokettiert die Kurz-Regierung mit  finanziellen Anreizen. Wie Wochenblick berichtete, möchte der Kanzler eventuell Testteilnehmer mit 50 Euro ihres eigenen Steuergeldes belohnen.  

Haberlander will Kinobesuch und Reise nur mit Test

Mit einem solchen positiven Anreiz kann Haberlander wenig anfangen. Aber nicht etwa, weil eine solche Aktion die öffentliche Hand und damit den Steuerzahler erneut mit bis zu 200 Millionen Euro belasten wolle. Sondern wegen der Optik. Gegenüber dem ORF sagte sie: „Nur hinzugehen und sich testen zu lassen, weil man Bargeld auf die Hand bekommt, das halte ich nicht für den richtigen Zugang.“

Sie wäre vielmehr für die umgekehrte Marschroute. Begrüßen würde sie hingegen einen Anreiz, dass ein negativer Test ermöglichen könnte, wieder ins Kino zu gehen oder ins Ausland zu reisen. Stellt sich die Frage: Ist das ihre Einzelmeinung oder griff sie einer möglichen türkisen Strategie eines „sanften“ Testzwangs vor, der wiederum als Testlauf für eine Impfpflicht – die ihr Parteikollege Thomas Stelzer übrigens immer wieder ganz offen fordert – fungierten könnte?

Übrigens: Es ist nicht das erste Mal, dass Haberlander in Corona-Zeiten die Hardlinerin gibt. Nachdem ihr Büro auf „Wochenblick“-Nachfrage noch im Feber die aufkommende Krise herunterspielte, kannte sie später keine Kompromisse mehr. Schon im Juli forderte sie die bundesweite Wiedereinführung der Maskenpflicht, die ihre Partei zuvor für Oberösterreich bereits selbst regional verschärft hatte…