Die Vereinbarung zwischen Großbritannien und Ecuador hat weiterhin Bestand: London wird Julian Assange nicht in ein Land ausliefern, in welchem ihm die Todesstrafe droht. Dies bekräftigte der britische Außenstaatssekretär, Alan Duncan, am Montag bei seinem Besuch in Ecuador.

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt seit seiner Verhaftung im April in britischer Haft. Davor hielt er sich sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. Als das politische Asyl aufgehoben wurde, musste der 48-jährige Australier die Botschaft verlassen und wurde von den britischen Behörden festgenommen.

Spekulationen darüber, ob Assange an die USA ausgeliefert werden würde, wurden nun zerstreut. Die Vereinbarung zwischen London und Quito haben nach wie vor Gültigkeit. Ecuadors Präsident Lenin Moreno hatte damals mitgeteilt, dass er eine schriftliche Zusage der britischen Regierung habe, welche festlegt, dass der Australier nicht in ein Land ausgeliefert werde, „wo er Folter erleiden oder ihm die Todesstrafe drohen könnte“.

Hohe Haftstrafe

Julian Assange sitzt derzeit in Großbritannien eine fast einjährige Haftstrafe wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen ab. In den USA ist der Australier wegen der Veröffentlichung geheimer staatlicher Dokumente und der Verletzung des Anti-Spionage-Gesetzes angeklagt. Im Falle einer Verurteilung könnte dem Wikileaks-Gründer bis zu 175 Jahren Haft drohen. Auch die Todesstrafe könnte verhängt werden.