Der Umgang mit Corona und die Maßnahmen in den verschiedenen Ländern sind alles andere als einheitlich. In Weißrussland sah Präsident Alexander Lukaschenko wenig Grund dafür, sein Land herunterzufahren. Die Zahlen scheinen ihm Recht zu geben, zum Ärger der Lockdown-Fanatiker.

Die derzeit als alternativlos dargestellte Maßnahme eines Lockdowns wird auch immer durch das Jonglieren mit Zahlen gerechtfertigt. So soll das Einsperren der Bevölkerung dazu dienen, die Zahl der Corona-Positiven zu senken und so die Bevölkerung schützen. Dazu werden auch ständig die Zahlen der Corona-Toten präsentiert, um die Bürger zur Einhaltung der Maßnahmen zu bewegen. Doch in Weißrussland ist es völlig anders, es fällt sozusagen aus dem Rahmen.

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Ein Leben ohne Maßnahmen

Während die Demonstranten gegen Präsident Alexander Lukaschenko für ihren Mut – vermutlich auch, weil sie ohne Masken und Abstände protestieren – gelobt werden, zweifelt man die Zahlen der Corona-Infizierten und Corona-Toten an. Denn gerade letztere sind ausgesprochen niedrig im Vergleich zu anderen Ländern, vor allem vor dem Hintergrund, dass es so etwas wie einen Lockdown oder wesentliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens nicht gegeben hat. Die Erklärung, dass die Zahlen geschönt seien – immerhin wird dem Land ja auch Wahlfälschung vorgeworfen – würde aber zu kurz greifen. Für die ersten drei Kalenderwochen im Jänner werden für Weißrussland folgende Zahlen ausgewiesen: 1. Woche 14.031 positiv Getestete und 75 Tote, 2. Woche 13.367 und 65, 3. Woche 10.251 und 58 bei rund 9,5 Millionen Einwohnern. Für Österreich waren dies im Vergleichszeitraum 15.133 und 378, 11.406 und 383 sowie 10.421 und 348. Die Erklärung für die offensichtlichen Unterschiede, vor allem bei den Toten, können unterschiedlich sein.

Tote durch Lockdown?

So werden als mögliche Gründe die hohe Zahl von Krankenhausbetten, eine gute Struktur der Seuchen- und Gesundheitsschutzbehörden noch aus sowjetischer Zeit oder die deutlich geringere Lebenserwartung von rund 74,6 Jahren – in den EU-Ländern ist diese deutlich höher jenseits der 80 Jahre – ins Treffen geführt. Dabei wird jedoch ein wichtiger Punkt einfach vergessen: Es gab nie einen Lockdown. Denn wie der angesehene Epidemiologe John Ioannidis in seinen Studien nachwies, haben Lockdowns keine wesentlichen Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen. Vielmehr komme es durch sie zu massiven Kollateralschäden. Dass in Weißrussland also im Corona-Jahr 2020 die Sterblichkeit sogar leicht geringer war als in den Jahren davor, könnte durchaus daran liegen, dass die Bevölkerung nicht mit Maßnahmen wie Lockdowns gequält wurde.

Unterschiedliche Zählweisen

Auch die im Vergleich zu Österreich geringe Zahl der Corona-Toten muss kein Fall für „Fälschung“ sein, wie teilweise gemutmaßt wird, sondern ist das Ergebnis einer anderen Zählweise. So wird in Weißrussland versucht, bei den Zahlen zwischen Tod durch und Tod mit Corona-Virus zu differenzieren, während andernorts diese Unterscheidung nicht getroffen wird. Somit stellt sich die Frage, ob die für eine tödliche Pandemie sehr geringen Übersterblichkeiten in einigen Ländern nicht eher mit den getroffenen Maßnahmen zusammenhängen, statt mit den Corona-Virus.

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