In Wels steht ein ehemaliger Islam-Religionslehrer und Ersatzgemeinderat der SPÖ vor Gericht. Er soll ein Propagandavideo des Islamischen Staates (IS) auf seiner Facebook-Seite geteilt und es dort vier Jahre lang zum Aufruf bereit gehalten halten.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Wels beim Landesgericht Klage eingebracht.

Konkret vorgeworfen werden dem 43-jährigen Türkischstämmigen die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und an einer kriminellen Organisation. Ihm drohen bis zu 10 Jahren Haft.

IS-Video geteilt

Öffentlich gemacht wurde der Skandal erstmals durch das „Volksblatt“, das im August vergangenen Jahres auf das Posting aufmerksam wurde.

Demnach teilte Levent A. am 4. August 2013 das besagte Video mit dem Titel „Gedicht über den Dschihad“. Das Video startet mit einem Reiter, der eine IS-Fahne wehen lässt. Danach wird wiederholt der Name  „Abu Omar Al-Baghdady“ eingeblendet. All-Baghdady war ein Anführer des IS und wurde 2010 getötet.

Außerdem im Video zu sehen  ist ein türkisches Gedicht, dass durch „islamistischen Antisemitismus“ glänzt und weitere einflussreichen Figuren aus dem islamistischen und dschihadistischen Umfeld.

IS-Lehrer klagt Zeitung

Sichtlich verärgert klagte der Ex-Religionslehrer das „Volksblatt“ auf 20.000 Euro Schadenersatz – erfolglos.

Das Video war auch auf seiner Facebook-Seite abrufbar, als er 2015 für die SPÖ für den Gemeinderat kandidierte. Als die Affäre bekannt wurde, wurde er aus der SPÖ geworfen und ein Unterrichtsverbot über ihn verhängt.