Überhastet musste die Stadt Wels am vergangenen Freitag den Tierpark schließen und den tags darauf erfolgten Besucherzustrom in die Markthalle reduzieren, ohne die Bevölkerung über die neuen Maßnahmen zeitgerecht informieren zu können.

von Kurt Guggenbichler

Denn die neuen Verordnungen des Gesundheitsministeriums seien erst zwei Stunden vor ihrem Inkrafttreten veröffentlicht worden, bedauert Bürgermeister Andreas Rabl, weshalb er die Bürger vor vollendete Tatsachen stellen musste.

Kurzfristige Verordnung sorgt für Unmut

Für Rabl ist die Schließung völlig unverständlich. „Schade“, sagt er, es habe nämlich alles problemlos funktioniert. Der Tierpark war erst Mitte April wieder geöffnet gewesen. Wer ihn betreten wollte, musste beim Eingang die Hände desinfizieren.

Auch der Wochenmarkt kann jetzt nur noch durch den Haupteingang betreten werden, was viele Welser ärgert. „Dafür habe ich kein Verständnis mehr“, postete Andreas Stammler, seines Zeichen Vertriebsleiter, dazu im Internet und auch Pia Steiner meint zur Tierpark-Sperre und zum Stau vor der Wochenmarkthalle: „So macht es keinen Spaß mehr und ist nur lächerlich und zum Kopfschütteln.“

Bürger sehen „Verarschung durch die Regierung“

Marktbesucher Peter Riegel, der Geschäftsführer der Peter Riegel GmbH, stellt zu den beiden Maßnahmen fest: „Ich habe heute mit vielen Kunden gesprochen…: 90 Prozent sehen das als Verarschung durch die Regierung an. Das war mehr als ein Schritt zu weit. Es hat kein Mensch mehr Vertrauen in die lächerlichen Kasperln in Wien.“

„Wir sind kein Verhinderungsministerium“ hatte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) in einem ATV-Interview nur einen Tag nach der Schließung des Welser Tierparks durch die neuen Verordnungen seines Parteifreundes, Gesundheitsminister Rudi Anschober, erklärt.

Dazu fällt dem Welser Gemeinderat Mark Paulusberger (FPÖ) nur noch eines ein: „Unfähig!“