Es wird ernst: Woran schon niemand mehr in Wels glaubte, will die Stadtverwaltung in den nächsten drei Jahren verwirklichen. Der Kaiser-Josef-Platz (KaJe) erhält ein neues und schöneres Gesicht.

Sein „Facelifting“ soll im Frühsommer 2019 beginnen. Zuvor dürfen die Bürger noch sagen, welches Aussehen sie sich für den Platz wünschen. Die Zerstörung des Kaiser-Josef-Platzes begann zwar nicht erst mit der Errichtung des Busbahnhofes, dieser aber hat ihm ganz sicher den Rest als „gute Stube“ für die Welser gegeben.

Vom ursprünglichen Aussehen des ehemaligen Vorstadtplatzes samt seinen schönen Gebäuden ist nur noch wenig erhalten geblieben.

Frequentierter Bummel- und Dienstleistungsplatz

Spätestens seit der Schleifung des Semmelturms im Jahr 1958 und der anschließenden Errichtung des Hochhauses halten die meisten Messestadtbewohner ihren KaJe für erfolgreich und dauerhaft verschandelt bzw. für nicht mehr reparierbar. Bürgermeister Andreas Rabl will nun retten, was noch zu retten ist und den Platz wieder ein bisserl zu dem machen, was er noch bis in die späten 1960er-Jahre für die Welser war: ein frequentierter Bummel- und Dienstleistungsplatz.

Damals wurde der KaJe noch von vielen Handelsgeschäften gesäumt, aber auch von Kinos und jeder Menge Gastronomie, die für viel menschliche Bewegung auf dem Platz sorgten. Wer vor fünfzig Jahren in nicht verabredeter Weise einen Bekannten treffen wollte, brauchte nur auf den KaJe zu gehen. Seine derzeitige Funktion sei leider auf den Verkehr reduziert, konstatiert Planungsstadtrat Peter Lehner. Doch in Zukunft solle der Platz wieder zu einem Begegnungsort werden, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht, auch wenn die Busdrehscheibe dort erhalten bleibe.

Dies sei politisch unverrückbar und dazu gebe es auch keine Alternative, betont Rabl. Inwieweit die Busdrehscheibe jedoch in der derzeitigen Form bestehen bleiben müsse, werde sich zeigen.

Auch die Bevölkerung darf mitreden!

Man könnte sie auch an die Ränder des Platzes oder weiter nach Westen verlagern. Die bauliche Form werde  noch definiert, erläutert Verkehrsstadtrat Klaus Hoflehner, denn auch die Bevölkerung werde bei der Neugestaltung des KaJe mitreden dürfen, ebenso wie Projektentwickler Peter Sönser, der seine Erfahrungen einbringe. „Wünschenswert wäre aus meiner Sicht die Erweiterung einer Begegnungszone“, sagt Hoflehner, weshalb man nach Rabls Ergänzungen auch Teile der Pfarrgasse, Bahnhofstraße und Stelzhammerstraße in die Neugestaltungsmaßnahme einbeziehe.

Aus diesem Grund wird zurzeit auch über den Ankauf des Denkstein-Hauses verhandelt wie auch über den Kauf der Tiefgarage. Bis 2010 sollte der Platz sein neues Gesicht bekommen haben, so die Planung: Die politische Abstimmung darüber auf Basis der Bürgerbeteiligung soll bis Herbst 2017 erfolgen. Über die konkreten Planungen für die Neugestaltung wolle man dann im Herbst 2018 öffentlich diskutieren und im Frühsommer 2019 könnte die Umsetzung des Vorhabens beginnen.

Im Kaiser-Josef-Platz stecke viel Potenzial, resümiert Rabl, was auch die meisten Welser so sehen, die sich jetzt mit Recht erwarten, dass man nun endlich einmal wirklich „etwas Gescheites“ aus diesem geschundenen Areal machen wird, das wenigstens und immerhin drei Jahrzehnte lang nach dem Krieg der eigentliche Stadtplatz für die Welser war.

++++

Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen keine brisanten Informationen mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen NEWSLETTER!