Auf völliges Unverständnis bei einem Großteil der Welser Bevölkerung stößt die von der Antifa geschürte Erregung um die an der Schmidtgasse aufgestellte Venus-Statue, die in der alten Römerstadt Wels lediglich die römische Liebesgöttin symbolisiert, wie eine Blitzumfrage ergab.

Von Kurt Guggenbichler

„In den 1950er-Jahren haben wir als Schüler einmal einen Ausflug in den Volksgarten gemacht. Dabei sind wir auch an der Halle der Nationen vorbeigekommen, wo die Venus aufgestellt war. Diese hat uns die Lehrerin als vergrößerte Nachbildung jener Statue erklärt, die man seinerzeit in Gunskirchen in einem Acker gefunden hat“, berichtete ein fast 70-jähriger Welser (Name bekannt), der vom Stadtplatz aus die neue und erst kürzlich aufgestellte Venus-Skulptur bewunderte. „Von einem Nazi-Symbol war damals jedenfalls keine Rede.“

Erregungsmaschinerie der Antifa

„Nachdem das angebliche Nazi-Symbol im Volksgarten 2006 dem Neubau der Messehalle weichen musste, wurde sie im Magistratsbetriebsgelände gelagert“, erzählt der frühere Vizebürgermeister Bernhard Wieser (FPÖ). Vier Jahre später sollte die Venus im kleinen Kreisverkehr beim Herminenhof wieder aufgestellt werden. „Das war mit Bürgermeister Peter Koits (SPÖ), Vizebürgermeisterin Anni Eisenrauch (ÖVP) und Kulturamtsleiterin Renate Miglbauer bereits abgesprochen“, erinnert Wieser. „Doch als die Antifa davon Wind bekam und ihre Erregungsmaschinerie in Gang setzte, nahmen SPÖ und ÖVP von dem Vorhaben Abstand.“

Venus als Symbol der römischen Vergangenheit

Nun hat die Welser Antifa wieder die übliche rote Prominentenschar mobilisiert, um die neue Welser Venus-Statue, die mit der als Nazi-Symbol verunglimpften Skulptur nicht einmal mehr das Material gemein hat, vom Schmidtgassenpflaster zu entfernen.
Das hält auch der frühere Leiter der Welser Wirtschaftskammer, Manfred Spiesberger (ÖVP), für eine unredliche und hochgepuschte Angelegenheit. „Haben diese Antifa-Leute in Zeiten wie diesen keine anderen Sorgen?“ Für die meisten Welser sei die Venus ein Symbol ihrer römischen Vergangenheit, ist Spiesberger überzeugt.
Für Wieser gehört diese Antifa-Aktion wieder zu den sattsam bekannten Anpatzversuchen, wobei man nun offensichtlich auch nicht mehr davor zurückscheut, auch künstliche Skandale zu produzieren.

Wann wird der Stadtbrunnen abgerissen?

Nach Antifa-Logik müsste nach Wiesers Worten diese ebenso den Abbruch des Stadtbrunnens vor dem Rathaus fordern, den 1942 der Nazi-Bürgermeister Schuller aufstellen ließ. „Warum verlangt die Antifa nicht auch noch den Abriss jenes Cafés an der Ringstraße, das vor 1938 der Treffpunkt der illegalen Nazis in Wels war?“, so die rhetorische Frage des Rentners an der neuen Venus-Statue. Auch für mich, der ich einst als junger Mann vor der alten Venus fotografiert wurde, ist diese nur die anmutige und schöne Liebesgöttin der alten Römer.

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