Das Glück dieser Erde findet der Welser Sicherheitsstadtrat Gerhard Kroiß (FPÖ) nicht auf dem Rücken eines Polizeipferdes, wie man vielleicht eingeredet bekäme, sondern im Sattel eines Bikes. Damit bereist er im Juli das Himalaya-Gebiet – nicht dienstlich, sondern aus rein privaten Gründen. 

Gibt es was Schöneres als im Sattel eines Motorrades zu sitzen und Gas zu geben? Natürlich immer nur im erlaubten Tempo. Was anderes käme für den Welser Sicherheitsstadtrat Gerhard Kroiß (57) auch gar nicht in Frage. Als Politiker mit Polizeihintergrund kann und will er sich diesbezüglich nicht das Geringste erlauben. Manchmal würde es ihm sicher jucken, einmal fest auf die Tube zu drücken, wie es so schön heißt.

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Nur schweres Gerät

Dies aber tut Kroiß nur auf einer Rennstrecke, wie er versichert. Seine KTM 1290er-Maschine, ein kleines Kraftpaket, hätte auch dementsprechend viel Power. Auch eine BMW oder Ducati könnte dem Gerhard gefallen – nur ja keine leichten Motorräder. Weil er mit seiner Maschine auch in den Urlaub fahre, benötige er ein schweres Gerät, erläutert Kroiß. Warum aber hat er sich dann keine Harley zugelegt? Die soll doch der Traum aller Biker dieser Erde sein? Er schaut mich kurz entgeistert an und sein Blick scheint mir sagen zu wollen, dass ich von Motorradfahrern keine Ahnung hätte. „Eine Harley ist ein Bike für die alten Männer“, sagt er nachsichtig und grinst: Zu den Alten aber gehörte er noch nicht! Zu den Motorrad-Enthusiasten gehört Kroiß aber schon. Seit seinem 20. Lebensjahr ist er schon Biker. Seine Frau teilt mit ihm die Leidenschaft, doch in den nächsten Motorrad-Urlaub im Juli fährt der Gerhard „mit einem Spezl“. Wo wird es hingehen? „Ins Himalaya-Gebiet, auf die höchstgelegenen Straßen dieser Erde“, schwärmt er: Mehr als 5600 Meter sei nicht mehr möglich…

Von der Polizei in die Politik

Kroiß scheint bei solchen Touren vor allem viel Kraft zu tanken, seine Batterien neu aufzuladen, um im nicht immer leichten Alltagsgeschäft wieder gut durchstarten zu können. Die Politik kostet schon viele Nerven, wie er heute weiß. Dass er einmal in der Politik landen würde, ist ihm auch nicht in die Wiege gelegt worden. Erlernt hat Gerhard nämlich den Beruf eines Speditionskaufmannes, obwohl er insgeheim bereits mit einem Job bei der Polizei lieb-äugelte. Das verwundert nicht, wenn man weiß, dass er in einer Wohnung über dem Polizeiwachzimmer im Hausleitnerhof am Grünbachplatz aufgewachsen ist. Dort hat er sich zwangsläufig seinen Gusto für die Arbeit bei der Polizei geholt. Später ist er dann auch wirklich dort gelandet.

Immer wieder nützliche Erfahrungen

„Über die Freien Gewerkschafter bin ich bei der Polizei mit der FPÖ in Kontakt gekommen“, erzählt er und schon zwei Jahre später zog er für die Freiheitlichen in den Gemeinderat ein. In diesem Gremium hat Gerhard, der Sohn eines SPÖ-Personalvertreters bei der Sparkasse, offenbar gute Arbeit für die Blauen geleistet. Denn zwölf Jahre später avancierte er in den Stadtsenat, um sich fortan um den Verkehr in Wels zu kümmern. Nach der letzten Wahl (2015), bei der die Freiheitlichen die jahrzehntelange Erbpacht der SPÖ-Mehrheit im Gemeinderat brechen konnten, wurde Kroiß nicht nur stellvertretender Bürgermeister, sondern bekam auch das neue Amt eines Sicherheitsstadtrates überantwortet. Dabei seien ihm auch schon seine Polizeierfahrungen sehr zugute gekommen, betont er, was sich auch für die Zusammenarbeit mit den anderen Blaulichtorganisationen („Ich bin auch Feuerwehrreferent“) schon als überaus nützlich erwiesen hätte.