Bestseller-Autor wegen Meinungsdelikt zu vier Monaten Haft verurteilt!

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Wenn es darauf ankommt, wen man kritisiert…

Bestseller-Autor wegen Meinungsdelikt zu vier Monaten Haft verurteilt!

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Auch heute noch wird er regelmäßig als Katzenkrimi-Autor bezeichnet. Für seine Bücher rund um unsere flauschigen Stubentiger ist er weltberühmt geworden. Seit einiger Zeit jedoch betätigt sich der Autor Akif Pirinçci auch als spitzzüngiger Kommentator des Zeitgeschehens. Gerne nimmt er satirisch-spöttisch und am Rande des guten Geschmacks das linksgrüne Lager und sonstige Verrücktheiten ins Visier. Nicht jeder mag seinen zum Teil ordinären Stil, aber nun wurde er wegen eines Meinungsdelikts sogar zu vier Monaten Haft verurteilt – gerade noch auf Bewährung.

  • Katzenkrimi-Autor Akif Pirinçci zu vier Monaten Haft verurteilt
  • Er soll Klimaaktivistin Luisa Neubauer anzüglich beleidigt haben
  • Unverständlich: „Ziegenficker“-Gedicht von Jan Böhmermann im Gegensatz dazu nicht strafbar
  • Ungerecht: Meinungsdelikte von links nicht strafbar?
  • Pirinçci hat angekündigt in Revision zu gehen und mit seiner Kritik weiterzumachen

Von Achim Baumann

Das deutsche Strafrecht ist unbestechlich. Klar und bestimmt sind die einschlägigen Normen formuliert, die Rechtsprechung ist ohne Zweifel rechtsstaatlich – mit einer Ausnahme: Wenn es um Meinungsdelikte geht, werden Laien – und auch zahlreiche Juristen – regelmäßig eines Besseren belehrt. Diesmal hat es den Bestseller-Autor Akif Pirinçci getroffen. Dieser wurde jüngst zu vier Monaten Haft verurteilt. Das Bonner Landgericht verurteilte ihn, weil er die von Medien und Politik hofierte Klimaaktivistin Luisa Neubauer anzüglich beleidigt haben soll. Sie selbst hatte Anzeige erstattet. Es waren ganze 15 Wörter, die nun als strafbar gewertet wurden, darunter das berüchtigte Wort „Ficken“. Konkret soll er gesagt haben: „Würde ich sofort …, auch wenn ich mir später ihr ganzes Klima-Gedöns anhören muss.“

Die Böhmermann-Erdogan-Affäre

„Ficken“? Die Verwendung des genannten ordinären Begriffs erinnert an den TV-Moderator Jan Böhmermann, der den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan in einem angeblich satirischen Beitrag als „Zickenficker“ bezeichnet hatte. Mit Böhmermann solidarisierten sich seinerzeit die üblichen linksgrünen Medienschaffenden, aber auch Politiker fast jeder Couleur. Bei Akif Pirinçci ist das diesmal anders. Das Gericht räumte ihm keinen Status als „Künstler“ ein, der von seiner grundgesetzlich geschützten Kunstfreiheit Gebrauch machte. Dabei sind die Beiträge des türkischstämmigen Katzenkrimiautors offensichtlich völlig überzogen und bedienen sich satirischer Mittel. Wieso sollte er kein Satiriker sein? Ein Lehrberuf ist das immerhin nicht, auch Böhmermann wird als Satiriker bezeichnet, was ihm die Möglichkeit gibt, Dritte einfach zu beleidigen. Aber dass sich einmal Linke, Grüne etc. satirischer Kritik unterziehen müssen, ist eben nicht gewollt.

Die unschuldige Luisa Neubauer?

Müsste sich die Klimahysterikerin Neubauer nicht satirischer Kritik aussetzen können? Immerhin ist sie selbst schnell bei Unterstellungen, deren Beweiskraft schwierig zu erbringen ist. Erinnert sei an den schweren und in der Regel existenzgefährdenden Vorwurf, Hans-Georg Maaßen würde Inhalte antisemitischer Blogs verbreiten. Belege erbrachte sie nicht. Aber selbst scheint sie recht dünnhäutig zu sein, wenn sie die Zuspitzungen des Bestsellerautors aus Bonn nicht erträgt und diese sogar zur Anzeige bringt.

Existenzvernichtung

Normalerweise müsste nun die übliche Existenzvernichtung gegen Akif Pirinçci einsetzen. Aber Halt! Seine politischen Bücher sind im Buchhandel bereits kaum erhältlich. Aber es hat nicht nur politische Bücher von ihm getroffen, sondern selbst seine Katzen-Krimis sind im etablierten Buchhandel faktisch nicht erwerbbar. Obwohl die Meinungsfreiheit stets als unantastbar bezeichnet wird, vernichtet man Abweichlern und Tabubrechern – Akif Pirinçci schrieb beispielsweise auch über „Umvolkung“ oder auch über Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer– einfach die Existenz.

Dennoch lässt er sich durch das Urteil nicht entmutigen, möchte Revision einlegen, sieht es gelassen: “Somit werde ich der erste Schriftsteller in Deutschland sein, der nach dem Zweiten Weltkrieg wegen eines Meinungsdelikts ins Gefängnis kommt”, erklärte er danach augenzwinkernd. Trotzdem versucht er sich erst einmal wieder in Katzenbücher, sein aktuelles Werk „Odette“ ist diesmal eine Liebesgeschichte…

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