Dank Schengen-Visum: Jeder dritte Asylant kommt per Flugzeug

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Pikantes BAMF-Papier wird öffentlich

Dank Schengen-Visum: Jeder dritte Asylant kommt per Flugzeug

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Eine Reisewegbefragung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellt fest: Mehr als 15.000 Asylwerber, die 2019 einen Asylerstantrag in Deutschland stellten, kamen auf dem Luftweg. 

Die Erhebung fand laut Welt unter “etwas mehr als 40.000” der insgesamt 71.000 Leuten statt, die im Vorjahr erstmals einen Asylantrag in deutschen Landen stellten. Ein nicht unerheblicher Anteil davon dürfte aus Afghanistan stammen – ein Umstand, den das liberal-konservative Meinungsmagazin Tichys Einblick bereits im April thematisierte.

Visum in der Türkei für den Schengenraum

Und was “Tichy” damals aufdeckte hatte es in sich: Denn vorausgegangen war eine Presse-Anfrage an das Auswärtige Amt, wie viele Afghanen über ein legales türkisches Visum nach Deutschland kommen. Darauf stellte das deutsche Außenministerium aber heraus, dass es keine Erhebungen nach Staatsbürgerschaft mache. Dass ein Schlupfloch existieren könnte war alleine schon deshalb brisant, weil die Bundesrepublik schon seit Jahren bestrebt ist, Afghanen ohne Aufenthaltserlaubnis wieder abzuschieben.

In der Realität gestaltet sich alleine die Außerlandesbringung aufgrund der oft langen Instanzenwege schwierig. Abertausende Papierlose werden zudem einfach geduldet, obwohl sie ausreisen müssten. Jetzt stellt sich heraus: Offenbar ist es möglich, sich in den deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei ein Visum für den Schengenraum zu besorgen. Das sogenannte C-Visum berechtigt zu einem 90-tägigen Aufenthalt und zielt eigentlich auf Geschäfts- und Urlaubsreisende ab…

Ganz ‘offizielle’ Möglichkeit – aber ohne offizielle Zahlen

Eine wirklich geheime Hintertür zur Einreise ist das aber nicht: Denn die Modalitäten und Tipps für einen positiven Bescheid sind auf der offiziellen Seite der deutschen Vertretungen in der Türkei angegeben. Und Afghanen hatten diese Gelegenheit, wenn sie in der Türkei einen legalen Aufenthalt hatten. Zwar schiebt die Türkei recht konsequent ab – aber sobald ein Status vorliegt, besteht auch die Möglichkeit zum Sprungbrett in die EU.

Diese Möglichkeit zur Einreise ist nicht ganz unerheblich: Denn nach der deutschen Definition gelten weder die Türkei noch der dazwischen liegende Iran als sichere Drittländer. Eine Ankunft mit dem Flugzeug heißt demnach: Deutschland als erstes sicheres Drittland ist für den Asylantrag tatsächlich zuständig. Wie viele von dieser Möglichkeit Gebrauch machten – dazu fehlen hingegen die Statistiken.

Zahl der Afghanen explodiert – wenige Abschiebungen

Klar ist aber: Wenige dürften es gerade unter den Afghanen nicht sein. Diese sind eine der am stärksten wachsenden Minderheiten, alleine zwischen 2010 und 2016 verfünffachte sich die Zahl der Afghanen in Deutschland. Der statistische Erhebung der Agentur für Arbeit zufolge befindet sich nur jeder Drittel in sozialversicherungspflichtiger Arbeit. In den Jahren 2016-2017 stellten sie hinter Syrern die zweitgrößte Gruppe unter Tatverdächtigen mit nicht-deutscher Staatsbürgerschaft.

Zu Jahresbeginn lebten etwa 22.000 ausreisepflichtige Afghanen in Deutschland. Im ganzen Vorjahr kam es allerdings nur zu 361 Rückführungen von Afghanen in ihr Heimatland. Angesichts der Enthüllungen um die Möglichkeit der Schengenvisa über den Zwischenstopp Türkei also wohl ein perpetuum mobile, wie es im Buche steht. Die Vorwürfe sind allerdings kein rein deutsches Phänomen – erst kürzlich deckte Bosnien möglichen Visabetrug für Iraker und Pakistaner in seinen Auslandsbotschaften auf…

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