Droht der nächste Krieg? China schickt Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge nach Taiwan

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Taiwans Außenminister: "Es ist offensichtlich, dass China Taiwan irgendwann angreifen möchte"

Droht der nächste Krieg? China schickt Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge nach Taiwan

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Im Schatten des Ukraine-Krieges startet China erneut militärische Manöver gegen Taiwan. Die Luftwaffe Taiwans hat am Donnerstag einen Einsatz geflogen, weil neun chinesische Flugzeuge in die Luftverteidigungszone eingedrungen waren, wie das taiwanesische Verteidigungsministerium mitteilte. Medienberichten zufolge sind auch chinesische Kriegsschiffe in die Hoheitsgewässer der Insel eingedrungen.

China sieht Taiwan als Teil seines Staatsgebietes

1949 floh die im Bürgerkrieg von den Kommunisten besiegte Regierung der damaligen Republik China unter Chiang Kai-shek nach Taiwan. Die kommunistische Volksrepublik China sieht Taiwan als Teil seines Staatsgebietes. Taiwans Regierung lehnt diese Gebietsansprüche Chinas entschieden ab. Der Präsident Taiwans, Tsai Ing-wen, betonte, Taiwan sei ein unabhängiger Staat, der sich Republik China nennt. Das ist auch die offizielle Bezeichnung Taiwans.

China duldet keine ausländische Einmischung

Taiwan beobachtet die Krise in der Ukraine mit großer Sorge und befürchtet, dass China versuchen könnte, die Situation auszunutzen, um gegen die Insel vorzugehen. Die Regierung hat daher die Alarmstufe erhöht. Ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums bekräftigte, dass Taiwan für China eine “Kernfrage” sei und China keine ausländische Einmischung dulden werde: “Wir fordern die USA auf, die hohe Sensibilität der Taiwan-Frage anzuerkennen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen und in der Taiwan-Frage nicht mit dem Feuer zu spielen”.

Chinesische Kriegsschiffe vor Taiwan

Alle Sicherheits- und Militäreinheiten “müssen ihre Überwachung und Frühwarnung vor militärischen Entwicklungen rund um die Straße von Taiwan verstärken”, erklärte Präsident Tsai. Taiwans Außenminister, Josef Wu, warnte schon Anfang Februar in einem Interview: „China möchte irgendwann angreifen.“ Darauf müsse man vorbereitet sein, betonte Wu.

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Am Donnerstag meldete ASB News, chinesische Kriegsschiffe seien in die Hoheitsgewässer Taiwans eingedrungen. Eine offizielle Bestätigung gibt es bisher allerdings nicht.

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Kriegsgefahr: Konflikt aus Versehen möglich

China will mit diesen regelmäßigen Militärübungen den Fortschritt seiner militärischen Fähigkeiten demonstrieren. „Ein Konflikt, der aus Versehen ausgelöst wird, ist daher jederzeit möglich. Zum Beispiel, wenn China weiterhin über Taiwans Luftverteidigungszone fliegt, oder sich plötzlich zwei Armeen gegenüberstehen“, erklärte Wu. Laut Wu führt China Militärübungen im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer durch. „Dort kommt es immer wieder zu Begegnungen mit der japanischen Armee, den Amerikanern, Australiern oder den Streitkräften anderer Länder. Ein versehentlicher Krieg ist möglich. Das müssen wir verhindern, damit es nicht zu einem großen Konflikt kommt, einem Konflikt, an dem viele Länder beteiligt sind. Das will keiner.“

Regelmäßige Einsätze der chinesischen Luftwaffe

Taiwan hat in den letzten zwei Jahren mehrmals über Einsätze der chinesischen Luftwaffe geklagt. Die Zahl der beteiligten Flugzeuge lag dieses Mal aber weit unter der des letzten großen Übergriffs am 23. Jänner, an dem 39 chinesische Flugzeuge beteiligt waren. Nach Angaben des Ministeriums waren an dem jüngsten Einsatz acht chinesische J-16-Kampfflugzeuge und ein Y-8-Aufklärungsflugzeug beteiligt, die ein Gebiet nordöstlich der von Taiwan kontrollierten Pratas-Inseln am oberen Ende des Südchinesischen Meeres überflogen.

USA ist wichtigster Verbündeter Taiwans

Die USA sind zwar der wichtigste Verbündete Taiwans und liefern verstärkt Waffen in die Region, allerdings pflegen die USA keine formalen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, um China nicht zu vergraulen.

„Wir zweifeln nicht an Amerikas eindeutigem Bekenntnis zu Taiwan. Natürlich hoffen wir, dass die USA Taiwan auch weiterhin mit Waffen, Ausbildung und Dienstleistungen versorgen und den Informationsaustausch auf höchster Ebene pflegen, damit Taiwan in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen“, erklärte Wu. Sollte China versuchen Taiwan einzunehmen, habe man die Willenskraft, „um für unser Heimatland zu kämpfen“.

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