Hamburg: Niquab-Vollverschleierung in der Schule erlaubt

Verwaltungsgericht urteilt: Es gäbe dagegen kein Verbot im Schulunterrichtsgesetz

Hamburg: Niquab-Vollverschleierung in der Schule erlaubt

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Das Verwaltungsgericht gab der Tochter einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters Recht. Es gäbe kein Verbot im Schulunterrichtsgesetz, welches das Tragen einer Vollverschleierung im Unterricht verbieten würde. Darüber sind sogar die Grünen entsetzt und sprechen von einem Unterdrückungssymbol. Jetzt soll das Gesetz geändert werden. 

Der Niquab ist eine schwarze Vollverschleierung von Frauen, welche sie aus der Wahrnehmung aus der Öffentlichkeit drängt. Viele Moslems argumentieren, dass nur so gewährleistet ist, dass Männer nicht vom Anblick der Frau sexuell erregt werden. Nur ein schmaler Schlitz für die Augen bleibt übrig. Die 16-jährige Schülerin macht an der Berufsschule eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Aus religiösen Gründen kam sie in der streng konservativen islamischen Kleidung zum Unterricht.

Verwaltungsgericht gab Eltern Recht

Zunächst hatte es über Monate hinweg Versuche der Schule gegeben, mit der Schülerin und ihren Eltern eine einvernehmliche Lösung zu finden. Als alle Überredungskünste nichts fruchteten, musste die Schülerin alleine in einem Nebenraum sitzen. Die Schulaufsicht drohte den Eltern schließlich mit einem Bußgeld von 500 Euro. Daraufhin beschlossen die Eltern den Gang vor das Verwaltungsgericht, welches ihnen schlussendlich Recht gab. Eine Beschwerde der Stadtverwaltung wurde abgewiesen.

SPD-Schulsenator will Gesetzesänderung

Schulsenator Ties Rabe von der SPD kündigte eine rasche Änderung des Schulunterrichtsgesetzes an. Es könne nicht sein, dass Schüler im Unterricht ihr Gesicht nicht zeigen. „Mit der Vollverschleierung des Gesichts wird eine Grenze überschritten, die guten Unterricht und gelingende Lernprozesse unmöglich machen.“ Es gehe um die „Kommunikation der Lehrenden und Lernenden sowie der Lernenden untereinander“. “Egal, was welche Kultur oder Religion vorschreibt: In der Schule zeigt jeder und jede offen das Gesicht”, so Rabe.

Bundesweites Verbot in Bildungseinrichtungen gefordert

Laut NDR forderte der Deutsche Lehrerverband ein weitergehendes Verbot von Gesichtsschleiern. “Ich plädiere für ein bundesweites Niqabverbot in allen Bildungseinrichtungen. In Hamburg dürfte der Wunsch nach einem Verbot breite Unterstützung finden. Zunächst hatten CDU, FDP und AfD ein Verbot gefordert und der Rot-Grünen Koalition Versagen vorgeworfen. Sowohl SPD als auch die Grünen äußern sich inzwischen vehement für ein Verbot.

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