Abrechnung: Klimaschützer bereut einstige „Panikmache“

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Räumt mit Gemeinplätzen auf

Abrechnung: Klimaschützer bereut einstige „Panikmache“

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Für Furore sorgt das aktuelle Buch des Ex-Klimaaktivisten Michael Shellenberger. Darin rechnet er mit der „Panikmache und Desinformation“ ab, die die Klimabewegung in den vergangenen 30 Jahren verbreitet habe. 

Der renommierte Klimaschützer entschuldigt sich darin für seine eigene Beteiligung an der Schaffung einer Art von “Klima-Angst”. Zwar finde ein Klimawandel statt – dieser sei aber nicht einmal das größte Umweltproblem unseres Planeten. Auch sonst räumt er in einer Aussendung mit angeblichen Gemeinplätzen der Bewegung auf.

Lebensraum-Verlust schlimmer für Artenvielfalt

So verschlimmere der Klimawandel nicht die Naturkatastrophen. Auch die Dramatisierung, wonach der Mensch für ein “sechstes Massenaussterben” verantwortlich sei, wäre weit überspitzt. Der Verlust natürlicher Lebensräume durch Abholzung und Bejagung sei gefährlicher für die Artenvielfalt der Erde als eine globale Erwärmung.

Gleichzeitig sei der Amazonas-Regenwald nicht die “Lunge der Welt”. Die Behauptung, wonach jenes Gebiet 20 Prozent des weltweiten Sauerstoffs produziere, stimme nicht. Tatsächlich – so Shellenberger bereits im Vorjahr – verbrauche das Urwaldgebiet in etwa gleich viel Sauerstoff, wie es produziere.

Rückgang bei Emissionen und Waldbränden

Auch die Darstellung, wonach sich der Mensch besonders rücksichtslos gegenüber der Natur verhalte, will Shellenberger nicht im Raum stehen lassen. So seien CO2-Emissionen in den meisten Industrieländern seit 50 Jahren stark rückläufig. Auch die weite Fläche, die – etwa durch Schlachtung – der Fleischindustrie zu gute käme, sei in den vergangenen Jahren um mehr als eine Millionen Quadratkilometer zurückgegangen.

Nicht einmal bei den Waldbränden will er einen Anstieg feststellen. Diese seien vielmehr seit 2003 um ein Viertel rückläufig. Dass diese in trockenen Gebieten wie Australien oder Kalifornien gefährlichere Ausmaße annähmen, sei der Zunahme von Holz als Brennstoff sowie regerer Bautätigkeit in Waldnähe zu schulden. Überhaupt sei Holz für den Menschen als Energiequelle weitaus schlechter als fossile Brennstoffe, so seine provokante These.

Schwieg aus Sorge vor Isolation und finanziellem Ruin

Shellenberger entschuldigt sich zudem dafür, dass er sich mit seiner Meinung so lange hinter dem Berg gehalten habe. Daran Schuld seien auch existenzielle Sorgen: “Ich schwieg über die Klima-Desinformationskampagne, weil ich fürchtete, Freude und Geld zu verlieren”.

Die wenigen Male, in denen er den Mut aufgebracht hätte, die Klimawissenschaft vor jenen zu verteidigen, die sie durch falsche Schlussfolgerungen in ein schiefes Licht rückten, hätte er “heftige Konsequenzen” zu tragen gehabt. Auch einem Kollegen, dessen Forschung gängige Narrative widerlegte, hätte man versucht, die Karriere zu zerstören.

Vor drei Jahren: Überraschendes Pro-Atom-Plädoyer

Dennoch tritt Shellenberger bereits seit einigen Jahren als Querdenker in der Umweltbewegung auf. So verblüffte er im Jahr 2017 mit einem Plädoyer für die Atomkraft als angeblich umweltschonenden Ersatz für Kohle und Gas in der Energiegewinnung. Über alternative Energien wie Wind oder Solarkraft wusste er hingegen wenig Positives zu sagen.

Man könne auf diesen Ressourcen keine Volkswirtschaft ernsthaft betreiben. Außerdem sei deren Ökobilanz gar nicht so berauschend: “Alles, was sie machen, ist, dass sie Chaos in die Energiewirtschaft bringen. Außerdem sind sie ein ‘Greenwashing’-Marketing-Gag für fossile Brennstoffe”.

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