Mariupol aufgegeben: Asow-Kämpfer sollen Stahlwerk und Stadt räumen

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Westen will trotzdem weiter schwere Waffen liefern

Mariupol aufgegeben: Asow-Kämpfer sollen Stahlwerk und Stadt räumen

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Seit mehreren Wochen hatten sich ukrainische Kämpfer im Asow-Stahlwerk in der 450.000-Einwohner-Stadt verschanzt. Obwohl die Lage schon lange hoffnungslos erschien, riefen sogar die Songcontest-Gewinner vor einem Weltpublikum auf, den Personen dort zu helfen. Nachdem Zivilisten das Gelände schon vor einiger Zeit verließen, ergaben sich in den vergangenen Tagen über tausend Kämpfer. Kiew weist nun auch die restlichen an, die “Verteidigung aufzugeben” und hofft angeblich auf einen Gefangenenaustausch.

Durchhalteparolen am Ende: Asowstal wird aufgegeben

Es ist ein symbolträchtiger Befehl – denn die Stadt galt als Hochburg des nationalistischen Asow-Regiment, das bis zuletzt auch den Kampf um das schwer beschädigte Stahlwerk nicht aufgeben wollten. Noch am Donnerstag sandte dessen Vize-Kommandeur Swjatoslaw Palamar eine Videobotschaft, die bestätigte, dass der harte Kern rund um die Befehlshaber weiterhin im “Asowstal” ausharrte. Er sagte darin: “Ich und das Kommando sind auf dem Werksgelände von Azovstal. Es läuft eine gewisse Operation, zu deren Details ich nichts sagen werde. Wir danken der ganzen Welt, danken der Ukraine.”

Einen Tag später nun die Kehrtwende – offenbar will das ukrainische Militär das Stahlwerk nicht mehr um jeden Preis halten. Denn der Kommandeur des Regiments, Denys Prokopenko, erklärte in einer Botschaft am Freitag: Die Militärführung habe angeordnet, das “Leben der Soldaten der Garnison zu retten und aufzuhören, die Stadt zu verteidigen”. Insgesamt 86 Tage lang zog sich bis dahin der Kampf um Asowstal und Mariupol. Die Aufgabe könnte die Moral vieler ukrainischer Kämpfer beeinträchtigen. Immerhin war es DAS Symbol, das die Durchhalteparolen befeuerte.

NATO befeuert Waffenlieferungen – Russland unterschätzt

Vor diesem Hintergrund ließen sich auch perfekt westliche Staaten zur Lieferung von Kriegsgerät überreden. So appellierte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor zwei Wochen: “Die Ukraine benötigt dringend weitere schwere Waffen, der Westen sollte seine Lieferungen intensivieren, noch mehr tun und sich auf ein langfristiges Engagement vorbereiten.” Er sprach von einem langen Krieg, der Monate oder sogar Jahre dauern könnte. Mainstream-Medien verpackten diese Botschaften tatsächlich in Artikel über die Lage im Asow-Stahlwerk.

In der Folge sicherte auch der stellvertretende NATO-Generalsekretär Mircea Geoana der Ukraine die anhaltende Unterstützung des Westens gegen Russland zu: “Dank des Muts der ukrainischen Armee und unserer Hilfe kann die Ukraine diesen Krieg gewinnen”. Er behauptete zudem, die russische Offensive in der Ukraine verliere bereits an Schwung.

Solchen Deutungen widersprach Erich Vad, der ehemalige militärpolitische Berater von Angela Merkel: “Wenn man objektiv auf die militärische Lage schaut, ist das weit von dem entfernt, was teilweise von ukrainischer Seite behauptet wird und in den Medien kolportiert.” Man dürfe die Kampfeskraft der russischen Armee keinesfalls unterschätzen, von einer strategischen Niederlage Russlands, wie sie auch Selenski unterstelle, könne keine Rede sein. Auch im Donbass-Gebiet konnten die Russen zuletzt entscheidende Durchbrüche erzielen.

Rubel auf Rekordhoch – Westeuropäer leiden an Sanktionen

Dass Russland eben noch lange nicht am Ende ist, zeigt nicht zuletzt die wirtschaftliche Entwicklung. Denn während Westeuropa teils infolge der Sanktionen an der höchsten Inflation seit über 40 Jahren leidet, befindet sich der Rubel auf einem Höhenflug. Musste man zu Kriegsbeginn satte 94 Rubel für einen Euro hinblättern, waren es zwei Wochen später bis zu 154 Rubel. Doch die Freude der Russland-Hasser währte nur kurz – inzwischen steht der Kurs nämlich bei 64 Rubel. Einen vergleichbaren Wert gab es zuletzt im Juni 2017.

Der Euro hingegen verlor seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar um über 10 Prozent. Weil sich westliche Ökonomen das Phänomen nicht erklären können oder wollen, kommt der nächste Schmäh ins Spiel: Putin würde den Rubel-Kurs angeblich “manipulieren”. All das kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass sich der Westen eine völlige Fehlkalkulation leistete. Denn durch das ständige Säbelrasseln bei Gas, Öl und Strom bezüglich eines Embargos, explodieren die Energiepreise. Leidtragend ist das Volk, das die Eliten höhnisch zum “Frieren gegen Putin” aufrufen – dessen Land währenddessen gut daran verdient.

Westen reagiert mit Lieferung schwerer Waffen

Die Kriegslust des Westens scheint aber auch der endgültige Fall Mariupols nicht einzudämmen. Ebenfalls am Freitag sicherte Deutschland nämlich zu, bereits im Juli Gepard-Panzer an die Ukraine zu liefern. In der ersten Tranche kommen 15 Panzer, im Laufe des Sommers sollen weitere 15 folgen. Zudem stattet unser Nachbarland die Ukraine mit 60.000 Schuss Munition dafür aus. Außerdem sollen mindestens sieben Panzerhaubitzen Teil der Lieferung sein. Vor dem Hintergrund der Darstellung, das osteuropäische Land könne den Konflikt für sich entscheiden, herrscht der Irrglaube “Frieden schaffen mit schweren Waffen” vor.

Schon vor wenigen Tagen kündigte aber auch Russland an, seine Armee mit neuen Laserwaffen auszustatten. Vizeregierungschef Juri Borissow sagte am Mittwoch: “Unsere Physiker haben Lasersysteme entwickelt, die um ein Vielfaches leistungsstärker sind, was die Verbrennung verschiedener Ziele erlaubt, und bauen sie auch praktisch schon serienreif.” Das Spirale des Wettrüstens für immer mehr Krieg ist angekurbelt. Eine Eskalation bis hin zum Atomkrieg könnte ganz Europa in Schutt und Asche legen. Und Russland ist nicht nur Atommacht – seine Überschallraketen und Abwehrsysteme gelten auch als besonders fortschrittlich.

Statt Neutralität: Regierung auf Seite der Kriegstreiber

Eigentlich wäre es nun die Aufgabe Österreichs als neutrales Land, die Parteien für einen Waffenstillstand an den Verhandlungstisch zurückzuholen. Doch lieber sitzen Nehammer, Schallenberg & Co. offenbar am Katzentisch der Kriegstreiber. Vor weniger als zwei Wochen unterzeichnete Klaudia Tanner ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft mit dem US-Bundesstaat Vermont. Das Programm gilt als erster Schritt in Richtung NATO-Beitritt, die Ukraine ist seit 1993 Teil des sogenannten “State Partnership Program”. Viele ukrainische Kämpfer wurden daher bereits in NATO-Strukturen ausgebildet.

Nur wenige Tage später setzte Europaministerin Karoline Edtstadler die Kirsche auf den Ausverkauf unserer Neutralität. In einem TV-Interview sprach sie davon, dass sich Österreich selbstverständlich an der neuen EU-Eingreiftruppe beteiligen wird. Außerdem ließ sie durchblicken, dass sie eine Befürworterin einer eigenen EU-Armee ist. Kommt es soweit, ist es gut möglich, dass Österreich in wenigen Monaten nicht als Vermittler in die Geschichtsbücher eintritt, sondern Bundesheer-Soldaten auf Washingtons Geheiß für das Selenski-Regime als Stellvertreter der NATO-Interessen in der Ukraine kämpfen…

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