Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung: Ukrainische Frauen und Kinder in Gefahr

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Flucht ins Ungewisse

Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung: Ukrainische Frauen und Kinder in Gefahr

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Mehr als 90 Prozent der Flüchtlinge aus der Ukraine sollen laut UNO Frauen und Kinder sein. Diese könnten in großer Zahl zu Opfern sexueller Ausbeutung und von Menschenhandel werden, befürchtet man. Laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF bestehe gerade für Kinder ein “erhebliches Risiko”. Erst kürzlich berichtete Wochenblick über das „Geschäftsmodell Leihmutterschaft“ in der Ukraine und darüber, dass es sich in diesem Umfeld oft auch um Menschenhandel und Pädophilie dreht. Wie der britische The Guardian berichtete, sollen bereits Kinder einfach „verschwunden“ sein und es erste Berichte über Menschenhandel in der Ukraine geben.

Bereits jetzt erschüttern Fälle von Vergewaltigungen und versuchten sexuellen Übergriffen auf ukrainische Frauen, die sich auf der Flucht befinden. Sie erfolgten bisherigen Berichten zufolge meist durch andere Migranten (oft aus dem afrikanischen Raum). So erschütterte jüngst auch der Fall jener Ukrainerin, die in einem deutschen Asylheim vergewaltigt wurde und zurück nach Polen floh, um dort letztlich Sicherheit zu finden, wie Wochenblick berichtete. Doch den ukrainischen Frauen und Kindern droht vor allem auch die systematische Ausbeutung durch den organisierten Menschenhandel. Laut einem Bericht im The Guardian gibt es Menschenrechtsorganisationen, die bereits von Fällen von Menschenhandel und verschwundenen Kindern berichten. Nun warnte auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres im Rahmen der 66. Jahrestagung der Frauenstatuskommission der Vereinten Nationen vor Menschenhändlern, die den Krieg in der Ukraine ausnutzen, berichtet der Staatsfunk.

Verschwundene Kinder und Menschenhandel

Karolina Wierzbińska ist Koordinatorin bei “Homo Faber”, einer polnischen Menschenrechtsorganisation. Sie erklärte, man habe Fälle erlebt, in denen Kinder von verzweifelten Eltern allein zu Verwandten oder Freunden über die ukrainische Grenze geschickt wurden, an den Bahnhöfen aber nicht abgeholt wurden.

“Das ist für ein Kind natürlich extrem belastend und kann dazu führen, dass es allein und orientierungslos auf dem Bahnhof herumirrt und im schlimmsten Fall ganz verschwindet. Dies ist leider kein hypothetischer Fall – es ist bereits passiert”, schilderte sie. “Wir erhalten auch bereits Berichte über Fälle von Menschenhandel und Frauen, denen in Polen eine Arbeit angeboten wird, nur um festzustellen, dass der Arbeitsplatz illegal ist, der Arbeitgeber sie misshandelt und sich weigert, ihr Gehalt rechtzeitig zu zahlen. Es gibt Fälle von Erpressung von persönlichen Dokumenten oder Geld”.

UNICEF sieht „erhebliches Risiko“ für Kinder

„Wie alle Kinder, die durch Krieg oder Konflikt aus ihrer Heimat vertrieben werden, besteht für ukrainische Kinder, die in den Nachbarländern ankommen, ein erhebliches Risiko, von ihren Eltern getrennt zu werden, sowie Opfer von Gewalt, sexueller Ausbeutung oder Menschenhandel zu werden“, warnte der Sprecher des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF, James Elder. Es müssten dringend Schutzmaßnahmen für Kinder geschaffen werden.

Menschenhandel: “Das profitabelste Verbrechen überhaupt”

EU-Innenkommissarin Ylva Johannson hat angekündigt, verstärkt gegen Menschenhandel in der EU vorzugehen. “Sie wissen ja, dass Menschenhandel das profitabelste Verbrechen überhaupt ist“, erklärte sie vorige Woche im EU-Parlament. Anders als Drogen oder Waffen könne man Kinder immer wieder verkaufen. “Wer mit Kindern handelt, kann sie wieder und wieder und wieder und wieder verkaufen. Wir sind verpflichtet, diese Kinder zu schützen.”

Kampagne für Frauen und Hilfe für Regierungen

Seitens des UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sei man damit beschäftigt, an den Grenzen der Ukraine dabei zu helfen, gefährdete Frauen und Kinder zu identifizieren, erklärte Ruvendrini Menikdiwela vom UNHCR. Zusätzlich habe man auch eine Kampagne gestartet, um Frauen über die Risiken auf der Flucht und ihre Handlungsmöglichkeiten aufzuklären.

Raab warnt vor Gefahr von Menschenhandel und Zwangs-Prostitution

Auch Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) warnte vor der Gefahr von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Zwangs-Prostitution. In Österreich gebe es bereits für betroffene Frauen auf Ukrainisch übersetztes Informationsmaterial und Beratungsstellen für sexuelle Gewalt.

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