Mitten im „Vernichtungskrieg“: Exklusives „Vogue”-Fotoshooting der Selenskis

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Porträt der "heldenhaften" Selbstinszenierung

Mitten im „Vernichtungskrieg“: Exklusives „Vogue”-Fotoshooting der Selenskis

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Während die schon vor dem Krieg von der eigenen Führung ausgebeutete ukrainische Bevölkerung von Hunger, Krieg und Vertreibung gepeinigt wird, lässt sich der zum „Helden“ stilisierte Präsidentendarsteller Wolodymyr Selenski mit seiner Ehefrau von US-amerikanischen Mode-Influencer-Bibel „Vogue“ als modernes fortschrittliches Power-Paar glamourös ablichten – ins Szene gesetzt von keinem Geringeren als Starfotografin Annie Leibovitz. Der bizarre Personenkult um den zum westlichen „Musterdemokraten“ und „Werte-Verteidiger” hochstilisierte Selenski erklimmt damit die nächste Stufe.

Inszenierung mitten im Krieg ist en Vogue

Der Doppelstandard der Ukrainekrieg-Berichterstattung wird damit noch widersprüchlicher für die medial berieselte Öffentlichkeit: Einerseits sollen sie sprachlos und entsetzt verharren vor blutigen Bildern aus Butscha, vor Bildern zerbombter Einkaufzentren und zerstörten Innenstädten in Mariupol und Charkow. Andererseits präsentiert sich die politische Elite gutgelaunt bei Empfängen und zelebriert ihren Lifestyle.

Dabei verwundert vor allem die Tatsache, dass der an sich eingefleischte Zivilist und gelernte Komiker Selenski sich seit Kriegsbeginn bei seinen zahllosen Videokonferenzen, öffentlichen Verlautbarungen und den Empfängen ausländischer Politiker stets in seiner zum Markenzeichen gewordenen streng olivgrünen Militärkleidung inszeniert, um den kriegerischen Ausnahmezustand zu betonen – jetzt aber dennoch Gelegenheit, Zeit und Muße fand, mit seiner Gattin (und früheren Witzeschreiberin) Olena für das führende US-Modejournal Vogue  in der Hochglanzmanier eines Hollywood-Jetset-Paares zu posieren.

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Wie Popstars in ukrainischer Designermode

Im Begleittext zu der Fotostrecke, die unter anderem zwei gemeinsame Fotos des Paares, mal in inniger Umarmung, mal händchenhaltend im Präsidentenbüro zeigt, wird, in teilweise schwer erträglichem Kitsch, das Porträt eines Paares gezeichnet, dessen Liebe sich im Stahlbad des Krieges bewährt und eine Inspiration für das ganze Volk ist. Bei einem der Fotos wird auch nicht vergessen, die „ukrainischen Designer” zu erwähnen, mit deren Kleidung die Präsidentengattin sich schmückt.

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Eine weitere gestellte Aufnahme zeigt Olena, ebenfalls in schicker Aufmachung, in einem Untergrund, mit Sandsäcken und einem Soldaten im Hintergrund.

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Diese teilweise schon ans Geschmacklose grenzende Inszenierung trägt zu dem ohnehin schon merkwürdigen Eindruck bei, den man als Beobachter von diesem sonderbaren Krieg hat: Einerseits wird, auch in dem Vogue-Artikel, der Eindruck vermittelt, hier kämpfe ein Land, dessen Volk nicht nur von einer militärischen Niederlage, sondern von der physischen Auslöschung bedroht ist. Inmitten dieser, angeblich über normale Kriegsgefahren hinausgehenden Situation, findet das Präsidentenpaar aber nichts dabei, sich als asketischer Landesführer bzw. als stilbewusste Modeikone und Lifestyle-Expertin darstellen zu lassen.

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Außerdem ist es weiterhin offenbar völlig problemlos möglich, in einem Land, in dem doch ein Völkermord bevorstehen soll, Urlaub zu machen. Mehrere Reiseveranstalter bieten massenhaft Pauschalreisen an und preisen die touristischen Attraktionen der Ukraine. Selbst das von einem russischen Angriff bedrohte Odessa zieht nach wie vor Touristen an.

Großer Bahnhof in Kiew

Und auch das Getingele von Staatsgästen in die Hauptstadt eines Kriegslandes, die in Kiew großen Bahnhof machen, passen nicht zu all der Kriegsrhetorik, zum Säbelrasseln, zu den Waffenlieferungen und der im Zuge gespielter Verzweiflung wie selbstverständlich geäußerten (und vom Westen erfüllten) Wünschen nach Milliarden- und Aufbauhilfen.

Erst Anfang der Woche hatten Fotos für Kritik gesorgt, die Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bei ihrem (angesichts der massiven Probleme in Deutschland mehr als fragwürdigen) Ukraine-Besuch ausgelassen und sektschlürfend auf einem Balkon mit Vitali Klitschko zeigten, so als würden sie eine Aftershow-Party der Oscars besuchen. „Betroffen blickend mit Sektgläsern in der Hand. Während andere sterben. Widerlich!“ oder „Prösterchen auf den Krieg“ lauteten denn auch nur zwei der vielen empörten Kommentare im Netz dazu.

Wochenblick berichtete bereits über die salonbolschewistische SPD-Klassenfahrt nach Kiew:

Manipulation durch Bilder

Und auch bei Leibovitz Vogue-Editorial, das von westlicher Dekadenz nur so strotzt und die manipulative Propagandamacht der Bilder nutzt, um einen auch ohne das Zerstörungswerk russischer Mörsergranaten maroden Failed State zum gleichrangigen Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft zu stilisieren (und natürlich als EU-Beitrittskandidaten zu empfehlen), dürfte der Shitstorm nicht lange auf sich warten lassen.

Man fragt sich zunehmend, ob man es hier mit einer neuen Art von „Krieg“ zu tun hat: Einer, der vor vom Angreifer auch nach fast einem halben Jahr offenbar nur mit angezogener Handbremse geführt wird, und der vom Angegriffenen in erster Linie dazu benutzt wird, in einem nie dagewesenen Umfang Geld- und Waffenhilfe des verbündeten Auslandes einzusammeln. Ganz so, als würden diese Milliarden nun erstmals seit Bestehen der souveränen Ukraine zweckgerecht verwendet, und am Ende nicht in den Taschen korrupter Oligarchen verschwinden, deren Boliden und Jachten wir in der EU überall unbehelligt bestaunen können.

Korrupt wie eh und je

Dabei ist die Ukraine eines der korruptesten Länder Europas. Auch der so selbstlose unermüdlich für sein Volk im Commandante-Chic videokonferierende Selenski ist mit einem geschätzten Privatvermögen von 20 bis 30 Millionen Dollar schwerreich und sieht sich nicht erst seit Enthüllung der „Pandora-Papers“  selbst dem Vorwurf ausgesetzt, Millionen auf Offshore-Konten versteckt zu haben. Über solche Kleinigkeiten sehen die westlichen Politiker, vor allem die USA als einer der Hauptstrippenzieher der Eskalation in der Ukraine, großzügig hinweg.

Eine US-Inszenierung

Denn der Ukraine-Krieg ist auch ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland, Selenski wird vor allem von den USA mit riesigen Waffenlieferungen unterstützt. Die Vogue-Reportage ist daher auch als Teil einer akribisch geplanten Medienstrategie zu sehen, die den „Kiewer Warlord“ in den USA noch populärer machen soll.

Es wird hier das Sittenbild aufrechter Volksvertreter und Vaterlandsverteidiger gezeichnet, die sich bemühen, ein von ausgeblutetes und korrumpiertes Land auf den Weg der Stabilität und Rechtsstaatlichkeit zu führen – und bei dieser vermeintlich so hehren wie schweren Aufgabe nun vom russischen Aggressor gestört werden.

Dass eine Ablehnung des russischen Angriffs und das Mitleid mit den ukrainischen Opfern dieses zweifellos völlig sinnlosen Krieges allerdings nicht gleichbedeutend zu blinder Selenski-Verherrlichung und kritikloser Bewunderung des Präsidentenpaares führen muss (und des ukrainischen Establishments, das beide repräsentieren), ist in der öffentlichen Rezeption völlig aus dem Blick geraten. Die Pro-Ukraine-Kräfte erliegen hier demselben Fehlschluss wie manche „Putin-Versteher“ am anderen Ende des Spektrums: Sie denken, die Feinde ihrer Feinde müssen ihre Freunde sein.

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