So geht Grenzschutz: Orbán hemmt illegale Tunnel-Migration nach Ungarn

Unterirdische Blockaden und High-Tech-Zaun

So geht Grenzschutz: Orbán hemmt illegale Tunnel-Migration nach Ungarn

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Weil Migranten ständig versuchen, über selbst errichtete Tunnel-Systeme, illegal nach Ungarn zu kommen, hat Regierungschef Viktor Orbán den Bau unterirdischer Barrieren entlang der serbischen Grenze angeordnet.

Die imposanten Verteidigungsbauwerke sind insgesamt zehn Kilometer lang und sind mittlerweile betriebsfertig. Mithilfe dieser neuen Barriere will der konservative Premier ein weiteres Schlupfloch für Schlepper und illegale Einwanderer schließen. Damit ist Orbán nicht alleine: Auch Griechenland erhöht seinen Aufwand im Grenzschutz und verlängert seine Grenzmauer zur Türkei um weitere 26 Kilometer.

Netz von Tunnelsystemen

Seit Herbst ist die Zahl der illegal nach Ungarn vordringender Migranten drastisch angestiegen. Laut Polizei bringen Schlepper diese Menschen über Tunnel ins Land. Die Behörden entdeckten einmal innerhalb von wenigen Stunden drei verschiedene Tunnelsysteme, die ziemlich genau unter dem Grenzzaun verlaufen.

Sie wurden offenbar von serbischer Seite aus gegraben – und zwar ausgehend von den Grenzstädten Katymár, Csikéria und Kelebia, aber auch in der Nähe von Szeged und Asotthalom. Der erste Tunnel wurde Ende letzten Jahres entdeckt, dann laufend weitere und zuletzt im August und Anfang Oktober.

High-Tech-Warnung in fünf Sprachen

Im August fiel der Entschluss, die über Land verlaufende Grenze mit unterirdischen Blockaden zu verstärken. Das Ganze wurde – aus verständlichen Gründen – nicht an die große Glocke gehängt. Ungarn hat bisher rund 35 Mio. Euro in die High-Tech-Sicherung der südlichen Grenze investiert. Sie ist mit 117 Wärmebild- und 297 Laserkameras ausgestattet und wird ständig von Polizei und Militär bewacht.

Auch ein optisches Kabel wurde am Grenzzaun entlang verlegt, bei Bewegung wird sofort die Grenzverteidigung alarmiert. Die am Zaun angebrachten Sensoren lösen Warn-Durchsagen über Lautsprecher aus – in Urdu, Serbisch, Arabisch, Englisch und Persisch. Das System musste allerdings zeitweilig abgeschaltet werden, weil den umliegenden Bewohnern die Lärmbelästigung zu viel wurde.

Griechen-Mauer zur Türkei

Um sich gegen einen weiteren – möglicherweise in Form einer diplomatischen Attacke forcierten – Migrantenansturm aus der Türkei abzusichern, will auch Griechenland eine Mauer entlang des Grenzflusses Evros bauen. Sie soll 26 Kilometer lang werden und an eine bereits bestehende Barriere von 10 Kilometern anschließen. 63 Mio Euro wird das Projekt kosten und soll bis Ende April fertig sein.

Nach Angaben eines Regierungssprechers sollen damit Migranten an der Einreise nach Europa gehindert werden. Im Februar kam es in der Region nämlich zu einem schweren Konflikt, als die Türkei massenweise Migranten zur Grenze brachte und sie zum illegalen Übertritt nach Griechenland ermutigte, bzw. dabei unterstützte.

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