UNO-Kritik für Briten: Illegale Bootsmigranten nicht abweisen

Grenzsicherung offenbar unerwünscht

UNO-Kritik für Briten: Illegale Bootsmigranten nicht abweisen

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Großbritanniens Pläne, seine Küsten mit Hilfe der Marine gegen illegale Bootsmigranten abzuschirmen, finden bei der UNO kein Verständnis.

von Kornelia Kirchweger

Das Abfangen sei keine Lösung, die Blockierung kleiner Boote durch die Marine könnte zu tödlichen Zwischenfällen führen.

Europa soll noch mehr retten

Die Regierungen in Europa und anderswo müssen ihre Such- und Rettungsbemühungen verstärken und den Menschenschmuggel und den Menschenhandel bekämpfen, forderte die UNO- Flüchtlingsagentur UNHCR. Es müsse Lösungen für Asylsuchende und andere Schutzbedürftige.

Auch nach dem EU-Austritt Großbritanniens müssen etwa unbegleitete Kinder zwecks Familienzusammenführung sicher nach England kommen können, forderte die der UNO angeschlossene IOM (Internationale Organisation für Migration).

Die UNO verlangt also von Großbritannien, auch nach dem EU-Austritt, Brüssel-Recht anzuwenden, was die britische Innenministerin Priti Patel ablehnt.

Winkt Frankreich Migranten durch?

England erlebt aktuell einen regelrechten Ansturm illegale Bootsmigranten über den Kanal, vor allem aus Frankreich. Seit Jahresanfang in Summe 4.500. Bis Jahresende könnten es 7.500 sein, schätzen NGOs. Zum Vergleich: 2019 waren es 1.890. Davor nicht einmal 300 Migranten.

Patel will diese Route „unrentabel“ machen. Indirekt wird Frankreich vorgeworfen, sein Migrationsproblem in Großbritannien „abzuladen“. Frankreich weist das zurück: Der Versuch, Migrantenboote zurückzudrängen sei, als wolle man das Meer mit einem Löffel auszuschöpfen. Menschenschmuggler brauchen nur fünf Minuten, ein Boot voller Migranten hinaus zu bringen. Die französische Polizei könne nicht überall sein.

„Einbrecher“ müssen gestoppt werden

Die konservative Abgeordnete für das britische Dover, Natalie Elphicke, reagierte scharf: man müsse Migranten und Menschenhändlern klar machen, dass sie auf diesem Weg nicht mehr in Großbritannien „einbrechen“ können. Die Boote müssen in Frankreich bleiben.

Wer trotzdem in britische Hoheitsgewässer oder Küsten eindringt, muss zurückgeschickt werden. Sie verwies dabei auf Australien: das Land konnte mit der „Operation Souveräne Grenzen“ die Zahl illegaler Migranten auf ein Minimum reduzieren.

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