USA im Wirtschaftskrieg: Schutzzölle als Verhandlungswaffe?

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Trumps gefährlicher Weg

USA im Wirtschaftskrieg: Schutzzölle als Verhandlungswaffe?

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Von den militärisch und wirtschaftlich mächtigsten Ländern der Welt geht seit dem Amtsantritt von Donald Trump die größte Unsicherheit für die Weltwirtschaft aus.

Ein Kommentar von Dr. Herbert Samhaber

Die übrigen „Player“ zeigen zumeist ein berechenbares oder zumindest im Rahmen der Logik der Wahrscheinlichkeiten liegendes Verhalten. Damit können Weltwirtschaft und Finanzmärkte umgehen. Womit sich Weltwirtschaft und Finanzmärkte schwertun, sind die Aktionen des US-Präsidenten.

Irrationale Aktion?

Waren die USA in der Vergangenheit ein stabilisierender Faktor, sind sie aktuell ein Unsicherheitsfaktor. Die hohe Personalfluktuation in Kabinett und Beraterstab von Donald Trump spricht Bände. Unsicherheit ist Gift für Märkte und Wirtschaft.

Investitionen und längerfristige Planung bedingen ein gewisses Maß an Planbarkeit. Ist das nicht vorhanden, kommt die Wirtschaft ins Stottern, weil sich immer weniger Markteilnehmer trauen Geld in die Hand zu nehmen und lieber abwarten bis die Lage überschaubar ist.

Im Sinne der eigenen Arbeiter?

Die angekündigten Schutzzölle auf Aluminium und Stahl sind das jüngste und aktuell wohl prominenteste Beispiel für die, aus wirtschaftlicher Sicht irrationalen Aktionen, von Trump: Schutzzölle um den eigenen Markt und somit die Arbeitsplätze und Unternehmen der USA zu schützen.

Durch die vorangeschrittene Spezialisierung der Länder auf unterschiedliche Bereiche sind nämlich in den letzten Jahrzehnten gegenseitige Abhängigkeiten entstanden, die sich nicht so einfach wegwischen lassen.

Konsumenten werden leiden

Heben die USA auf Aluminium und Stahl Zölle ein, werden andere Länder auf Produkte auf die Amerika angewiesen ist, Zölle einführen. In der Endabrechnung bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit die Mehrkosten an den Konsumenten hängen, weil importierte Waren teurer werden.

Zudem ist die Umstellung auf heimische Produktion diverser Güter ein länger andauernder Prozess und manche Waren sind nur so billig, weil sie in Ländern mit geringeren Lohnkosten erzeugt werden. Am Ende des Tages müssen wir tiefer in die Tasche greifen.

Es mag als noble Geste wirken, zu versuchen, mehr Arbeitsplätze im Bereich der Schwerindustrie zu schaffen, jedoch kann es länger dauern, hier das Rad der Zeit zurückzudrehen. Außerdem wird das sehr wahrscheinlich mit Teuerungen und Einschnitten in den Lebensstandard der Amerikaner verbunden sein.

Lose-lose-Situation

Ein Handelskrieg ist für die Bürger in der Regel mit hoher Wahrscheinlichkeit eine „lose-lose Situation“. Ganz abgesehen davon erschüttert die Missachtung von Vereinbarungen im Rahmen der Welthandelsorganisation WHO durch das wirtschaftliche und politische Schwergewicht USA das Vertrauen in die geschaffenen Rahmenbedingungen und in Amerika als Handelspartner.

Die Politik von Donald Trump kommt vermutlich bei seinen Kernwählern gut an. Dass sie im Endeffekt keinen Profit daraus schlagen werden, ist ihnen vermutlich nicht bewusst. Der Rücktritt des obersten Wirtschaftsberaters von Trump lässt darauf schließen, dass dieser mit den Zöllen womöglich nicht einverstanden war und das Thema durchschaut hat.

Jüngste Fristenverschiebungen und Ausnahmevereinbarungen lassen darauf hoffen, dass Trump das Thema Zölle nicht rigoros durchzieht und eher als Waffe für Verhandlungen nutzt um gute Deals im Sinne von „America first“ zu erzielen.

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