USA: Staat bekommt „Helikoptergeld“ von der Notenbank FED

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Dokumente belegen, dass Zentralbank Anleihen von Finanzministerium kaufte

USA: Staat bekommt „Helikoptergeld“ von der Notenbank FED

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Die Finanzwelt dürstet nach „billigem Geld“ und die Zentralbanken tun alles, um dieses zu erschaffen. Die Federal Reserve Bank (FED) hat im Dezember Staatsanleihen gekauft, die kurz zuvor vom US-Finanzministerium ausgegeben wurden.

Eine Analyse von Chefredakteur Christian Seibert

Sinnfreien Aufbäumen

Unter „Helikoptergeld“ versteht man den Vorgang, wenn eine Zentralbank aus dem Nichts geschaffenes Geld direkt an den Staat oder an die Bürger auszahlt. Dies ist zwar offiziell nicht per se illegal, die FED-Satzung untersagt einen derartigen Vorgang jedoch. Und dieser Prozess unterliegt der großen Kritik vieler Ökonomen und Finanzexperten.

Die beiden Volkswirtschaftler Marc Friedrich und Matthias Weik bezeichnen das „Helikoptergeld“ in ihrem Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ etwa als „letztes sinnfreies Aufbäumen vor dem Zusammenbruch“ des Geldsystems. Bisher haben sich die Zentralbanken offiziell noch nicht als „Helikopterpiloten“ beteiligt. Das könnte sich nun geändert haben. Offizielle Dokumente belegen, dass die US-Zentralbank FED am 19. und 20. Dezember Staatsanleihen gekauft hat, die kurz zuvor (nämlich am 16. Dezember) vom US-Finanzministerium ausgegeben wurden. Bisher wurden Staatsanleihen immer an Großbanken verkauft, die damit kräftig Geld verdienten. Sie dienten als eine Art Zwischenhändler, wenn die Zentralbanken ihrerseits die Staatsanleihen kaufen wollten.

Kurzfristiger Effekt

Dies geschah auch in dem oben beschriebenen Fall, jedoch war der Zeitraum des Verkaufs an die Großbanken und des Weiterverkaufs an die FED mit drei Tagen derart kurz, dass man in diesem Fall de facto von „Helikoptergeld“ sprechen kann. Dies stellt eine Zäsur dar. Befürworter des Systems und dessen Erfinder Milton Friedmann wollten mit der Maßnahme die Wirtschaft ankurbeln und die Kaufkraft der Bürger in Krisenzeiten erhöhen. Der renommierte deutsch-US-amerikanische Ökonom und Autor Prof. Max Otte wies in einem Interview jedoch darauf hin, dass dieser Effekt nur kurzfristig verbleibe. Er bezeichnete die Pläne, wonach die Notenbanken „Helikoptergeld“ direkt an den Staat und die Bürger auszahlen sollten, in einem Interview aus dem Jahr 2016 sogar als „Geistesverwirrung“.

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