Weltbank-Bericht: Radikale Islamisten zumeist sehr gut gebildet

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Weltbank-Bericht: Radikale Islamisten zumeist sehr gut gebildet

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Für die meisten Islamisten ist die Ablehnung westlicher Werte der zentrale Motor für ihre Radikalisierung. Das geht aus einem Welt-Bankbericht hervor, der im Oktober erschien. Auffallend auch: Der Großteil der ausländischen IS-Kämpfer war gut integriert, gebildet und wohlhabend.

 2/3 aus wohlhabender Schicht

Ein  Weltbank-Bericht vom vergangenen Oktober (MENA Economic Monitor), in dem u.a. das Bildungsniveau islamischer Terroristen unter die Lupe genommen wurde, kommt zu einem interessanten Schluss: mehr als zwei Drittel der im Ausland rekrutierten Kämpfer des Islamischen Staates (IS) kommen aus der gebildeten und wohlhabenden Schicht und waren in ihren Ländern gut integriert. Armut sei also nicht der Motor für Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus. Auch Forscher der Erasmus-Universität in Rotterdam, das französische  Zentrum für Prävention, De-Radikalisierung und individuelle Überwachung (CPDS) und selbst der britische MI 15 kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Gebildet und radikal

Die Weltbank untersuchte 331 Profile von Personen aus einer IS-Datenbank und kam zu folgenden Kernaussagen: IS-Rekruten sind besser ausgebildet als ihre Landsleute. Ihr Anteil wächst mit der Bildung, sie ist bei Selbstmordattentäter besonders hoch. 69% der untersuchten Personen absolvierten mindestens ein Gymnasium, ein Viertel die Hochschule. Nur 2% sind Analphabeten. Eine Mehrheit hat vor dem IS-Beitritt einen Beruf ausgeübt. Bei der Selbsteinschätzung über religiöses Wissen gaben 53% Grundkenntnisse an, nur 4% sahen sich als „fortgeschritten“. Die Weltbank hält auch fest, dass die Rekrutierung von IS-Kriegern aus muslimischen Ländern mit starker Religiosität weniger wahrscheinlich ist. Stellt man übrigens die ärmsten und die am meisten vom Terrorismus betroffenen Länder gegenüber, gibt es dabei wenig Übereinstimmung.

Mantra der dummen Extremisten widerlegt

Die heute wie eine Mantra gepredigte These, Radikalisierung finde im armen, ungebildeten Milieu statt, wird damit in vielen Punkten widerlegt. Das zeigt übrigens auch die Geschichte des politischen Terrors: Die Roten Brigaden in Italien oder die Rote Armee Fraktion (RAF) in Deutschland waren das Projekt wohlhabender, junger Leute aus dem Mittelstand. Osama Bin-Laden kam aus einer superreichen Saudi-Familie und der für den kommunistischen Völkermord in Vietnam verantwortliche Führer der Roten Khmer, Pol Pot, studierte an der Sorbonne in Frankreich.

Desorientierung durch Multikulti

Im Fall der IS-Terroristen mag man sich an den Kopf greifen, denn: Europa und Amerika haben ihnen alles gegeben – Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, Wohlfahrt und Religionsfreiheit – weil sie meinten, das führe zur Akzeptanz der westlichen Werte und der Gesellschaft, in der sie lebten. Was unsere oft selbstgefälligen, linken Gesellschaftsarchitekten allerdings nie hinterfragt haben: könnte es sein, dass diese „tolerante Weltoffenheit“ mit all ihren bunten Multi-Kulti-Konsequenzen eine Desorientierung bewirkte, die von den einen mit Terror und von den anderen mit einem Schwenk nach Rechts bekämpft wird?

 

Ein Artikel von Kornelia Kirchweger

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