Wirbel: Linken-Chefin lobt USA-Trump

Wirbel: Linken-Chefin lobt USA-Trump

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Am Mittwoch gab es im Deutschen Bundestag in Berlin viel Zoff: Bei der Generaldebatte im Parlament brach ein Streit zwischen der SPD und der Linken aus. Denn Linken-Chefin Sahra Wagenknecht kritisierte die westliche Staatengemeinschaft entschieden.

Denn dem EU-Staatenbund falle nach Trumps Sieg (“Wochenblick” berichtete ausführlich) nichts anderes als ein “europäischer Hochrüstungswettlauf”.

“Ja, glauben Sie, das ist es, worauf die Millionen Abstiegsgefährdeten und die abgehängte Generation in Europa gewartet haben?”, legte sie nach.”Offenbar hat ja selbst noch ein Donald Trump wirtschaftspolitisch mehr drauf als Sie!”

Wirbel! Linken-Chefin lobt Trump
Der SPD-Fraktionsboss Thomas Oppermann zeigte sich wegen Wagenknecht sichtlich verstimmt. / Foto: Wikimedia, Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE

Gemeinsamkeiten von Linken und Trump

Denn der designierte US-Präsident habe erkannt, dass gegen die Krise des Westens sowie die marode Infrastruktur in den USA keine Kürzungen helfen würden, “”sondern ein groß angelegtes öffentliches Investitionsprogramm”. Darauf reagierte SPD-Fraktionsboss Thomas Oppermann sichtlich ungehalten.

“Früher hieß es: Proletarier aller Länder vereinigt euch. Heute heißt es: Populisten aller Länder vereinigt euch. Ihre Antwort auf den Populismus von Rechts ist mehr Populismus von Links… Sie wollen Frauke Petry (Anmerkung der Redaktion: die AfD-Chefin) im Deutschen Bundestag überflüssig machen”, bemerkte Oppermann lautstark zu Wagenknecht.

Doch Oppermann vergaß, dass es durchaus einige Überschneidungen zwischen den Positionen der Linken und Trumps Wirtschaftsprogramm und der Außenpolitik gibt. Dazu gehören u.a. auch die Ablehnung des umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP, die Kritik an der NATO sowie US-amerikanischen Militärabenteuern in Nahost und die politische Öffnung gegenüber Russland.

Wirbel: Linken-Chefin lobt Trump
Hat die immer stärker in der Kritik stehende Merkel wirklich aus den US-Wahlen gelernt? Foto: Wikimedia, Ralf Roletschek, CC BY-SA 3.0 AT

Merkel will weiter wursteln

In einem Interview mit der als radikal links geltenden Zeitung “taz” betonte Wagenknecht zu den Reaktionen des Establishments nach dem Trump-Sieg: “Ach, sie sind dann immer alle so geschockt, beim Brexit war das genauso, und dann machen sie trotzdem weiter wie bisher. So überraschend finde ich das Ergebnis nicht. In den USA liegen die mittleren Löhne heute niedriger als vor 40 Jahren, alle Zugewinne sind in die Taschen der oberen Zehntausend geflossen.” Außerdem stellte sie fest: “Es ist davon auszugehen, dass Donald Trump als Präsident die Weltpolitik verändern wird.”

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel, die vor kurzem bekannt gab, 2o17 wieder als Bundeskanzlerin zu kandidieren, will dagegen die alte Politik getreu dem Motto “Wir schaffen das” fortsetzen. Im Bundestag meinte sie: “Offenheit wird uns mehr wirtschaftliche und soziale Sicherheit bringen.” Dabei gilt ihr Kurs inzwischen auch innerhalb der eigenen Partei, der CDU, als höchst umstritten. Viele Deutsche artikulieren nun offen ihren Unmut über Merkels Politik.

Hier kann die brisante Rede von Wagenknecht angeschaut werden:

https://www.youtube.com/watch?v=GBQ0bDo8n-I&t=832s

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