Zu Ostern: Wirbel um „Traditionshasen“ im Supermarkt-Angebot!

OÖ-Politiker stinksauer

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Das bringt viele Bürger auf die Palme: Pünktlich zur Osterzeit kursieren auf Twitter und Facebook Kassenbons, auf denen ein mysteriöser “Traditionshase” aufgelistet ist. Laut Meinung zahlreicher Netz-Nutzer soll die traditionelle Bezeichnung “Osterhase” mutmaßlich aus Rücksicht auf Muslime ersetzt worden sein. Der “Wochenblick” hat zu den brisanten und komplexen Hintergründen recherchiert.

So veröffentlichte etwa der renommierte Anwalt Joachim Steinhöfel am Mittwoch auf Facebook einen Kassenbon der deutschen Warenhauskette “Karstadt”, auf dem der geheimnisvolle Traditionshase erwähnt wird.

“Unterwerfung und Selbstaufgabe”

Steinhöfel geht offenbar davon aus, dass damit der Osterhase gemeint ist. Er sieht darin ein Zeichen für eine voranschreitende Selbstaufgabe der eigenen deutschen Werte und Traditionen. “Wohl um keine religiösen Gefühle zu verletzen, gibt es bei der Karstadt AG jetzt keine Osterhasen mehr, sondern ‘Traditionshasen’. Die Unterwerfung und die Selbstaufgabe schreiten voran. Ich gebe bei Karstadt keinen Cent mehr aus”, schreibt Steinhöfel auf Facebook.

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Ex-Bundestagsabgeordnete empört

Netz-Nutzer sind empört, äußern klar ihren Unmut über den seltsam anmutenden Begriff “Traditionshase”. Steinhöfels Beitrag wurde insgesamt mehr als 16.300 Mal geteilt. Auch die ehemalige deutsche CDU-Bundestagsabgeordnete und Merkel-Kritikerin Erika Steinbach empört sich über den pikanten Fall.

“Bei Karstadt gibt es keine Osterhasen mehr, sondern Traditionshasen. Wer mir keine Osterhasen mehr verkaufen will, der kann auch sonst auf mich verzichten”, betont Steinbach auf Twitter.

Kein Einzelfall

Auch bei den Supermärkten des Rewe-Konzerns wird ein “Traditionshase” angeboten, wie im Netz kursierende Kassenbelege zeigen:

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OÖ-Politiker bekennt sich zum Osterhasen

In Österreich wird der “Traditionshase” von Politikern als Zeichen einer zunehmenden Islamisierung interpretiert. So bekennt sich der aus Linz stammende FPÖ-Bundesrat Michael Raml zum traditionellen Osterhasen und warnt eindringlich vor einem falschen Toleranzverständnis gegenüber dem Islam.

“Wochenblick” hakte bei Rewe nach

Die beschuldigten Unternehmen betonen indes, die Bezeichnung “Traditionshase” existiere bereits seit vielen Jahren. Der “Wochenblick” hat unter anderem beim Rewe-Konzern nachgefragt. 

“Bereits seit einem Vierteljahrhundert – genau seit 1992 – bezeichnet REWE den allseits bekannten Lindt Goldhasen am Regal und auf dem Kassenbon als ‘Traditionshasen’. Den Lindt Goldhasen gibt es nach unserem Kenntnisstand bereits seit den frühen 50er Jahren in Deutschland. Insofern ist die begriffliche Reduktion auf dem Etikett am Regal bzw. dem Kassenbon auf ‘Traditionshase’ durchaus treffend”, erklärt ein Rewe-Sprecher gegenüber unserer Zeitung.

Eine “Wochenblick”-Anfrage an das Karstadt-Warenhaus blieb bis dato (Stand 30.3., 17.03 Uhr) unbeantwortet.

Den “Goldhasen” von Lindt gibt es bereits seit einigen Jahrzehnten.

“Schmunzelhase” und “Lachhase”

Laut einem Bericht der umstrittenen Recherche-Plattform “mimikama.at” soll es sich beim Begriff des “Traditionshasen” um eine Bezeichnung im Warenwirtschaftssystem handeln. “Den Goldhasen gibt es seit 1952, die Bezeichnung Traditionshase bei Rewe (sowie Karstadt Lebensmittel und Penny, die zur selben Unternehmensgruppe gehören) für den Goldhasen im Warenwirtschaftssystem gibt es seit 1992”, betont die Plattform.

Für Irritationen sorgten indes auch Bezeichnungen wie “Schmunzelhase” und “Lachhase” in deutschen Supermarkt-Regalen. Auch diese Namen existieren laut Medienberichten bereits seit einigen Jahren.

Linke wittern sofort “Fake News”

Linke Autoren werfen nun den Kritikern des “Traditionshasen” vor, gezielt sogenannte “Fake News” zu verbreiten. Dieser Vorwurf wird indes bestritten: Schließlich stehe ja unbestritten fest, dass die umstrittene und religiös neutrale Bezeichnung “Traditionshase” existiert, meinen Freunde des traditionellen Osterhasen.

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AfD-Boss übt Kritik

Die Existenz des Traditionshasen seit 1992 stellt für den Bundessprecher der rechts-patriotischen deutschen AfD-Partei Jörg Meuthen indes keinen Grund dar, keine Kritik an der schrägen Bezeichnung zu üben. Schließlich habe es bereits seit in den 1990er Jahren einen starken sozialen Druck durch die “Politische Korrektheit” gegeben, wie auch Experten urteilen.

“Die Tatsache, dass dieser Begriff bei REWE bereits seit 1992 verwendet wird, macht die Sache grundsätzlich in keiner Weise besser – jedenfalls dann nicht, wenn er seinerzeit gewählt wurde, um sich der seit den 80er Jahren grassierenden „politischen Korrektheit“ zu unterwerfen”, betont Meuthen.

Er unterstreicht: “Für mich bleibt ein ‘Traditionshase’ statt eines Osterhasen gruselige Sprachpanscherei, wie wir sie vom DDR-Orwellsprech kennen: Er erinnert mich an Honeckers ‘geflügelte Jahresendfigur’ (für Weihnachtsengel), hier allerdings gewählt, um den christlichen Begriff Ostern (statt wie in der DDR Weihnachten) zu vermeiden.”

 

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