Vom 24. Juli bis 9. August sollen in diesem Jahr in Japan die olympischen Sommerspiele stattfinden. Der Corona-Virus könnte diesem globalen Event einen Strich durch die Rechnung machen, befürchtet man jetzt. Immer mehr Experten raten davon ab. Die Regierung ist noch unschlüssig.

Der Druck steigt aber. Denn jetzt wurde auch noch der Vize-Chef des Japanischen Olympischen Komitees positiv auf Corona getestet. Er kam gerade von einer Reise durch Europa in die USA zurück und musste dabei viele Hände schütteln.

Letztlich entscheidet IOC mit WHO

US-Präsident Donald Trump hat bereits die Aussetzung der Spiele vorgeschlagen. Für Tokioter Regierungskreise ist das derzeit noch undenkbar. Premierminister Shinzo Abe und Thomas Back, Chef Internationalen Olympischen Komitees (IOC), halten derzeit noch an den Vorbereitungen fest. Bach betrachtet die Absage von Qualifikationsspielen als „großes Problem“. Anfang März ermutigte er noch alle Athleten, weiter zu trainieren. Letztlich entscheidet aber das IOC und folgt dabei den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Vertrag zwischen Tokio und dem IOC besagt übrigens, dass die Spiele im Jahr 2020 abgehalten werden müssen – was eine Verschiebung erlauben könnte. Etwa 3 Trillionen japanische Yen wurden bereits in die Olympiade investiert.

Wetten: Trend für Verschiebung

Bei den Wetten liegt der Trend übrigens auf Verschiebung. Bei Paddy Power steht es momentan 4:1 gegen die geplante Eröffnung am 24. Juli. Dem entspricht auch die Stimmung in der Bevölkerung. Man sollen nicht Menschenleben opfern, nur um die Olympiade veranstalten zu können, ist der Tenor. Laut Umfragen sprechen sich 45 Prozent der Befragten gegen eine zeitgerechte Abhaltung, 40 Prozent dafür aus. Japan hat bisher noch relativ wenig bestätigte Corona-Fälle: 814 Personen wurden positiv getestet, 24 Personen starben. Viele Japaner haben aber Sorge, dass die Fans aus dem Ausland den Virus noch stärker ins Land bringen könnten.