Innerhalb einer Woche stehen jetzt zwei Sommer-Lostage an, die bei den alten Wetterregeln sozusagen ein Paar sind. „Reimmichls Volkskalender“ verrät uns in seiner Themenrubrik: „Ende Juni (Siebenschläfertag am 27. 6.) und zu Julibeginn (Mariä Heimsuchung am 2. 7.) zeigt sich endgültig, was vom Sommer zu erwarten ist.

Wenn es um diese Zeit nicht schön ist, bedeutet das, dass sich das Azorenhoch als sommerliche Schönwetter-Garantie noch nicht durchgesetzt hat. Damit droht zumindest ein wechselhafter, wenn nicht gar verregneter Sommer.“

Regnet’s ohne Unterlass

Die betreffenden Regeln lauten: „Ist der Siebenschläfer nass, regnet‘s ohne Unterlass.“ „Ist Siebenschläfer ein Regentag, regnet‘s sieben Wochen noch danach.“

Ein weiterer Spruch lässt aber zwei Möglichkeiten offen, denn: „Wie‘s Wetter war am Siebenschläfertag, so bleibt es sieben Wochen lang danach.“ Für den 2. Juli steht geschrieben: „Regnet‘s am Tag unserer lieben Frauen, da sie das Gebirg‘ tät beschauen, so wird sich das Regenwetter mehren und 90 Tage nacheinander währen.“

Siebenschläfertag

Im Zusammenhang damit kommt mit dem 10. Juli, dem Sieben-Brüder-Tag, noch ein weiteres wegweisendes Datum ins Spiel, wenn es heißt: „Sitzen die Sieben Brüder im Wasser, werden sie durch sieben Wochen immer nasser.“ Oder: „Die Sieben Brüder das Wetter machen, ob sie nun weinen oder lachen.“ Spöttelnd könnte man noch ein Scherzverslein anfügen: „Blieben die Sieben Brüder an ihrem Tage trocken, bekommen sich auch hinfort keine nassen Socken…“

Die „Siebenschläfer (Sieben Kinder von Ephesus)“ findet man im „Bildlexikon der Heiligen“ unter besagtem Sammelbegriff, allerdings ohne Namen. Die „Sieben Brüder“ hingegen sind lexikalisch der heiligen Märtyrerin Felicitas (2. Jh.) zugeordnet, entweder als Brüder, aber auch als Kinder.

Sie wurden ebenfalls zum Foltertod verurteilt, weil sie ihrem christlichen Glauben nicht abschwören wollten. Von ihnen sind auch die Namen überliefert, nämlich Alexander, Felix, Januarius, Martialis, Philippus, Silvanus und Vitalis.

Sieben Brüder

Von den sieben jungen Männern in Kleinasien sind verschiedene Namen und auch verschiedene Fassungen ihrer Legende überliefert. Sie sollen, um 250 als Christen unter Kaiser Decius verfolgt, aus ihrer Heimatstadt Ephesus geflohen sein und ließen sich in einer nahe gelegenen Höhle einmauern.

Dort schliefen sie ein und erwachten erst wieder im Jahre 446 in der Amtszeit des Kaisers Theodosiois II. (Ostrom). Unter anderem hatten sie also auch die Zweiteilung des römischen Reiches in ein West- und Ostreich verschlafen.

Sie legten erneut das Zeugnis ihres mittlerweile erlaubten Glaubens ab – um dann wieder einzuschlafen. Kein Wunder, dass sie mit dem Patronat gegen die Schlaflosigkeit bedacht wurden.

Familie oder Schlafmäuse

Bleibt, um die Zahlensymbolik noch abzuschließen, an Nagetiere aus der Familie der Schlafmäuse zu erinnern, den Eichhörnchen ähnliche Baumbewohner, die einen Winterschlaf halten.

Dazu zählen die Haselmaus, die Garten- und Baum- und eben auch die Siebenschläfer. Deren Winterschlaf dauert, wie nicht anders zu erwarten, sieben Monate…

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