Die Impf-Besessenheit ist nicht nur bei den Regierungen, sondern auch bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anscheinend so groß, dass sie sogar bereit sind, Sicherheitsbedenken der Herstellerfirmen in den Wind zu schlagen. Biontech selbst musste jetzt davor warnen, eine fahrlässige WHO-Empfehlung in die Tat umzusetzen.

Weil es zu wenig Impfstoff gibt, hatte der Vorsitzende der WHO-Expertengruppe für Immunisierungen (SAGE), Alejandro Cravitio, erklärt, es sei kein Problem, den zwischen zwei nötigen Impfdosen pro Patient liegenden Abstand von maximal 21 Tagen zu überschreiten. Sogar „einige Wochen länger“ zu warten sei möglich, so der Funktionär.

Biontech zieht die Notbremse

Das ging offenbar sogar Biotech zu weit: Der Konzern widersprach der WHO-Erklärung ausdrücklich und wies darauf hin, dass in der gesamten Testphase bei keinem Testteilnehmer ein längeres Intervall zwischen beiden Dosen angewendet wurde. Die WHO hätte keinerlei Daten, die diese Annahme stützen könnten, und es gäbe bislang keine Anhaltspunkte, die eine Wirksamkeit der Impfung bestätigten, „sollte der vorgesehene Zeitrahmen von drei Wochen zwischen beiden Impfdosen nicht eingehalten werden“.

Was treibt WHO zu unsachgemäßer Empfehlung?

Einerseits muss man ja schon fast gerührt sein ob soviel Ehrlichkeit von Biontech, auch wenn Zweifel bleiben, wie wirksam ein Impfserum sein kann, das schon bei Überschreitung des Dosen-Intervalls seine Wirkung verliert. Andererseits drängt sich die Frage auf, wie die WHO dazu kommt, solche fahrlässigen Empfehlungen herauszugeben. Offenbar spielt die Sicherheit und Gesundheit der Patienten inzwischen nur noch eine untergeordnete Rolle. (DM)