Am Sonntag war Falter-Chefredakteur Florian Klenk zu Gast bei „Links. Rechts. Mitte – Das Duell der Meinungsmacher“ auf ServusTV. Als sich die Diskussion auf die Frage zu größeren Zusammenkünften wandte, machte sich Klenk über den Besuch von FPOÖ-Chef Manfred Haimbuchner bei einer Storchenfeier lustig, den Mainstream-Medien fälschlicherweise als Viren-Drehkreuz darstellten (die Ansteckung passierte mutmaßlich im Landhaus). Brisant daran: Dieser lag zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Intensivstation.

Dabei sprach „eXXpress“-Chef Richard Schmitt die Problematik von Parallelgesellschaften – großteils migrantischer Natur – als Urheber von Corona-Clustern samt folgenden Aufenthalten auf der Intensivstation an. Diesen müsse man aufgrund der epidemischen Lage klar machen, dass man derzeit keine Hochzeitsfeier mit 50-60 Leuten mehr veranstalten dürfe. Daraufhin hatte Klenk plötzlich den Clown gefressen und ulkte: „Haimbuchner, die freiheitliche Parallelgesellschaft, Haimbuchner-Hoffest, gfoid ma!“

Herbe Kritik an geschmacklosem Klenk-Witz

Daraufhin erinnerte die Moderatorin daran, dass Haimbuchner mit einem schweren Verlauf seiner Corona-Infektion auf der Intensivstation kämpfte. Klenk überspielte den Hinweis oder nahm ihn nicht vollständig auf. Aber noch am Sonntagabend wurde die am Nachmittag aufgezeichnete Sendung ausgestrahlt – und die Aufregung war groß. Der Politikberater Robert Willacker stellte auf Twitter die Charakterfrage und teilte den fraglichen Ausschnitt der Sendung als Bildzitat.

Eilige Entschuldigung des Falter-Moralapostels

Mittlerweile dämmerte Klenk wohl auch, dass er sich verstiegen hatte. Auf Facebook holte er zu einer öffentlichen Entschuldigung aus. Zum Zeitpunkt seiner Bemerkung habe er vom schweren Verlauf noch nichts gewusst. Er selbst will – trotz Hinweis der Moderatorin – dies erst „nach der Sendung“ auf krone.at gelesen haben. Man könne seine Bemerkung daher „zurecht als geschmacklos“ ansehen.

Seine Fans sahen es daraufhin als Zeichen von Größe, dass er seinen Fehler eingestand. Andere Kommentatoren zweifelten die Aufrichtigkeit und den Wahrheitsgehalt dieses Statements aber offen an… 

Wusste Klenk schon am Freitag über Lage Bescheid?

Wirklich glaubwürdig ist diese Erklärung aber auch dann nicht, wenn er den Einwand der Journalistenkollegin überhört haben sollte. Denn selbst wenn man sogar davon absieht, dass es unwahrscheinlich ist, dass ein leitender politischer Journalist des Landes nach über 48 Stunden noch keine Kenntnis davon hatte, bleibt seine eigene Facebook-Chronik als Indiz.

Dort teilte er nämlich schon am Freitag einen ORF-Artikel, der den Aufenthalt auf der Intensivstation einschließlich künstlicher Beatmung thematisierte! Das verband er dann sogleich mit einer Gratis-Werbung für die umstrittene Impfkampagne der Regierung, die Klenk selbst stark befürwortet.

Stolpert Klenk über seinen geschmacklosen Witz?

Angesichts der schweren Entgleisung konnte man annehmen, dass man womöglich auch bei Klenks Arbeitgeber keine Freude mit dieser pietätlosen Bemerkung hatte. Und tatsächlich: Auch der offizielle Twitter-Account des „Falter“ gab der Kritik von Willacker auf Twitter ein (mittlerweile wieder entferntes) „Like“ – ein mögliches Zeichen für Unstimmigkeiten in der Redaktion? Oder war es vielleicht sogar Klenk selbst, der offiziell eine Twitter-Pause einlegt, über seinen Fehler aber tatsächlich mit Reue zurückblickte? Oder war es nur ein zeitweiliges Lesezeichen beim Beitrag?

Inzwischen mehrten sich jedenfalls unter informierten Insidern die Gerüchte, wonach Falter-Herausgeber Armin Thurnher sogar bereits daran denke, Klenk aus dem operativen Geschäft abzuziehen. Auf Anfrage des „Wochenblick“ wollte dieser dies weder bestätigen noch dementieren – sondern sandte uns als Antwort auf unseren Fragenkatalog einfach ein Faksimilie von Klenks Facebook-Statement zu. Bis zum Mittwochnachmittag blieben personelle Konsequenzen allerdings aus. Ist es nur die Ruhe vor dem Sturm?