Seit Wochen finden regelmäßig landesweite Großdemonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der französischen Regierung statt. Am Samstag dem 28. August waren bereits zum siebenten Mal während der Sommerferien Proteste in vielen französischen Städten – allein vier davon in Paris.

Vor allem die Pläne der Macron-Regierung, die mittlerweile fast keinen Rückhalt mehr in der Bevölkerung hat, befeuerten im Sommer die landesweite Protestbewegung. Sowohl die geplante Impflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal und Rettungskräfte wie Feuerwehrleute – die Polizei wurde vorerst ausgenommen – sorgten für heftigen Widerstand. Ebenso kam die Ausweitung des Gesundheitspasses überhaupt nicht gut an. Die Franzosen haben einfach keine Lust, im öffentlichen Raum 3-G-Regeln einzuhalten – sei es im Theater, Kino, Museum, Einkaufszentren, Restaurants oder Bars sowie in Fernzügen.

 

Das Innenministerium sprach an diesem 7. Protestsamstag in Folge von 160.000 Personen, die sich an den landesweiten Demonstrationen beteiligten. Dabei hält es an den Zahlenspielen fest, mit denen seit Wochen die Proteste kleingerechnet werden sollen (Wochenblick berichtete). Wie auch die Wochen davor skandierten die Teilnehmer der Protestmärsche „Freiheit“ und „Widerstand“.

Dennoch zeigt sich, dass sich Widerstand auszahlt – egal wie groß die offiziell verlautbarten Zahlen sind. Auch wenn es sich nur um einen Etappensieg handelte – bis die Freiheitsbeschränkungen komplett aufgehoben sind, ist es noch ein langer Weg – war die Macron-Regierung bereits zum Einlenken gezwungen. So wurde Mitte August bereits erreicht, dass negative Tests nun 72 statt bisher 48 Stunden gültig sind – und neben Antigen-Schnelltests und PCR-Tests auch Selbsttests wieder anerkannt werden. Das ist ein kleiner, aber maßgeblicher Erfolg für die Demonstranten, der zeigt, dass Widerstand wirkt.

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